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„Das hat mich schon gereuet“, sprach das edle Weib, „auch hat er mir zerbleuet zur Strafe meinen Leib.“ (Nibelungenlied,

FeminismusVon Rosmarie Thüminger

Gewalt an Frauen gibt es schon seit Menschengedenken, wie dieses Zitat beweist, und sie trifft durchaus auch „edle Weiber“ oder Tirolerinnen. So gibt es seit 25 Jahren das Autonome Tiroler Frauenhaus. Wie kam es dazu, und warum soll diese wichtige bewährte Einrichtung nun plötzlich nicht mehr förderwürdig sein?

„Möglich, dass Frauen geschlagen werden von ihren Männern, aber das muss man auch sehen, dass die Männer oft wirklich provoziert werden von ihren Frauen und dann kann es passieren, dass einem die Hand auskommt.“ „Das passiert hauptsächlich in den großen Städten wie Wien, zum Beispiel, aber nicht in Tirol.“ „Die Arbeiter schlagen ihre Frauen nicht“. Das bekamen wir, eine kleine Gruppe von Frauen aus verschiedenen gesellschaftlichen Zugängen, zu hören, als wir 1980 führende Tiroler Politiker aufsuchten, um sie von der Notwendigkeit eines „Hauses für misshandelte Frauen und Kinder“ zu überzeugen.

Was ist schon Gewalt?

Inzwischen ist viel Wasser den Inn hinuntergeflossen. Noch immer teilt die breite Öffentlichkeit nicht die Definition der neuen Frauenbewegung, nach der Gewalt gegen Frauen all das beinhaltet, wodurch es Frauen auf Grund ihres Geschlechts verwehrt bleibt, ihre Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten zu realisieren. Aber dass in unseren Breiten die eheliche Wohnung jener Ort ist, an dem die meisten Frauen geschlagen, vergewaltigt und auch getötet werden, und dass sie und die Kinder deshalb eine Zufluchtstätte brauchen, diese Einsicht hat sich durchgesetzt.

25 Jahre gute Arbeit
Warum dann das Sommertheater um die finanzielle Absicherung einer Institution, die seit 25 Jahren unverzichtbare Arbeit leistet und sich aufs beste bewährt hat? Weil gespart werden muss! So? Es muss gespart werden? Ich sehe Verschwendung. Ein paar Beispiele gefällig? Das Zelebrieren aufgeblähter Männerkulten wie den Kriegsgipfel im Frühling dieses Jahres oder das Museum der Wehrhaftigkeit, weiters die Nordkettenbahn neu, die Aufstockung des Stadiums und dessen geplanter Rückbau. Die Liste ließe sich fortführen.
Geld genug vorhanden!
Angesichts derartiger Verschwendungssucht ist es nur recht und billig, sofort genügend Geld zur Verfügung zu stellen, damit der Betrieb des Frauenhauses weitergeführt werden kann. Und für die Zukunft braucht es eine gesetzliche Regelung, die garantiert, dass das Haus für misshandelt Frauen und Kinder auf Dauer finanziell abgesichert ist.

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