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Leserbrief an die Tiroler Tageszeitung zur Berichterstattung zum Thema Studiengebühren und Studentenproteste:

Pressespiegel Seit der vergangenen Woche haben wir endlich wieder eine neue Regierung! Die gute Nachricht: einiges scheint tatsächlich besser zu werden. Was schlecht blieb, das sind die Anti-Regierungs-Demonstrationen. Diesmal gab es schon vor der Angelobung am 102. Tag nach der Wahl heftigste Proteste, die vor allem von den sozialdemokratischen Studentenvertretern angeführt wurden, und die Angelobung erfolgte unter massiver Polizeipräsenz. Grund: Die Beibehaltung der Studiengebühren und der rote Vertrauensbruch des neuen Kanzlers Dr. Alfred Gusenbauer.
Er, der schon am Wahltagsabend von seiner Parteijugend überschäumend als Bundeskanzler gefeiert wurde, hat seine eigene Jugend am Vorabend zur ÖH-Wahl §verraten und verkauft“, indem er weder für eine erlösende stimmenmaximierende Frohbotschaft, noch für griffige oppositionelle Wahlslogans gesorgt hatte. So haben sich die Jusos ihren Bundeskanzler wohl nicht vorgestellt!

Und die Öffentlichkeit? In der vergangenen Woche zählte ich das Wort "Studiengebühren“ oder eine Umschreibung mindestens 54-mal im redaktionellen Teil der TT und noch 11-mal im Leserbriefteil. Journalisten und Leser haben somit das Unwort der Woche, vielleicht des Jahres, geprägt. Ich bin schon gespannt, womit der VSSTÖ im Frühling seine WählerInnen ködern will. Vielleicht zur Abwechslung wieder einmal mit einem Anti-Studiengebühren-Volksbegehren.

Und ich bin gespannt, wie die ÖVP-Studenten der vermutlich im Laufe der nächsten Monate immer lauter werdenden Kritik an ihrem eigenen Wissenschaftsminister Dr. Johannes Hahn begegnen werden. Und wie lange wird es wohl dauern, bis auch die Lehrlingsvertreter gegen den eingeschränkten Kündigungsschutz geharnischt auf die Barrikaden steigen? Österreich wird sich vielleicht auf größere Jugendunruhen einstellen müssenÂ…

Frankreich lässt grüßen. Ganz ohne Banlieues!
Monika Himsl
Politikwissenschaftsstudentin, Mieming