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KPÖ-TIROL bei BBT-Tagung in Bozen

Verkehr u. Umwelt Gestern stellten sich vor den Augen des Bozener Bürgermeisters Dr. Luigi Spagnolli Vertreter der Partito della Rifondazione Comunista (Ugo Boghetta, Verantwortlicher/Sprecher für Verkehrspolitik des PRC - Rom und Tommaso Iori, Landesorganisation PRC Trient), den Südtiroler Grünen (Riccardo Dello Sbarba, Präsident des Südtiroler Landtages) der Die Linke.PDS (Sepp Obermeier, Sprecher des Landesvorstandes der Die Linke.PDS Bayern) und der KPÖ-Tirol (Josef Stingl) der öffentlichen Diskussion zum Thema Bau oder Nichtbau des Brenner-Basis-Tunnel. Der Veranstaltung lauschten über hundert betroffene BürgerInnen und zahlreiche Widerstand-Bürgerintiativen aus Südtirol und Trentino. Die Podiumsteilnehmer waren sich einig, bei einer genauen Kosten-Nutzungsrechnung ist der BBT nicht die Ideallösung für die Verkehrsprobleme in Bayern, Tirol, Südtirol und dem Trentino, wie es von den Politikspitzen dieser Regionen gerne dargestellt wird. Da seien einerseits die nicht vorhersehbaren Umweltfolgen des Brennerstiches und andererseits die weitgehendst ungeklärte der Finanzierung dieses Monsterprojektes.

"Das BBT-Projekt ist eine Wahnsinnsverschleuderung von ökonomischer und ökologischer Ressourcen , die fast ausschließlich nur den Säckeln der Baulobby dienlich ist", so Josef Stingl von der KPÖ-Tirol. "Sie ist es die den Nutzen aus den enormen Planungs- und in späterer Folge Baukosten zieht. Die Bevölkerung wird dabei doppelt und dreifach gemoppelt. Sie sind die SteuerzahlerInnen die dieses Projekt finanzieren, sie sind die betroffen der weiterhin anrollenden Verkehrslawine (der Bau ist ja frühestens 2020 fertiggestellt) und sie sind die Betroffen die nachher mit den Umweltfolgen leben müssen."

Stingl erklärte in diesem Zusammenhang, dass die österreichischen KommunistInnen natürlich weiterhin für die Verlagerung des Transitverkehrs von der Straße auf die Schiene eintreten, aber dafür bedürfe es nicht unbedingt des BBT, da man dabei den Transit auf Tirols Straßen nicht Eins zu Eins auf die Brenner-Bahnstrecke umlegen könne.

"Was meine ich damit", so Stingl wörtlich: "Derzeit nehmen Europas Frächter für den Transit auf der Straße Umwege von bis zu 300 Km über München in Kauf, um den rigiden Schweizern Mautbestimmungen aus dem Weg zu fahren. Bei einer Verlagerung auf die Schiene müssten die Umwege nicht mehr gefahren werden. Hier gibt es eine Verbindung von Frankfurt über Ulm, der Schweiz durch den St. Gotthard-Tunnel nach Mailand und Genua. Die zweite Bahnstrecke ist die bekannte Brennerstrecke von München über Innsbruck, Bozen nach Verona und die Dritte von München über Salzburg, Villach nach Triest. Und all diese Strecken sind derzeit bei weitem nicht hundertprozentig ausgelastet."

Daher sieht der KPÖ-Sprecher für die Lösung des Transitproblems Bayerns, Tirols, Südtirols und des Trentios drei Maßnahmen für notwendig an:

"1. ein verkehrs- und gesundheitspolitisches Handeln durch politische Eingriffe in das derzeitige Transitaufkommen. Durch Kostenwahrheit bei der Straße mittels Mautsystemen bei denen alle tatsächlich anfallenden Kosten (Umweltfolge-, Umfallfolge-, Sanierungs- und Gesundheitskosten) den Frächtern auferlegt, sowie die Regulierung welche Waren auf der Straße transportiert werden dürfen und welche au f der Schien transportiert werden müssen.

2. Das Geld, dass für den BBT geplant ist, für die Stärkung der bestehenden Bahnstrecken in den Süden und zum zusätzlichen Bau von Infrastruktur für Güterverladestationen zu nutzen.

3. Als Alternative zum BBT, für die zusätzliche Stärkung der Routen in den Süden, die Idee der Studie der Verkehrsplaner Rössler und Vieröck - der Fernpass-Reschenbahn - aufzugreifen. Auch hier wäre natürlich ein Basistunnel notwendig, allerdings in einer geologisch weitaus geringer sensiblen Region, was die Kosten natürlich sofort reduzieren würde."