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Kommers in Landau/Deutschland

Standpunkte Der harte Kern der deutsch-österreichischen Burschenschafterszene, die Tiroler "Brixia" führt Vorsitz beim Dachverband der Deutschen Burschenschaften
"Burschen heraus!" beginnt ein Flugblatt [http://imzoom.info/zoom/burschen_heraus_landau.pdf] anlässlich des deutschnationalen Symposions "175 Jahre Hambacher Fest - Beschränkung der Meinungsfreiheit einst und heute" am 31. März 2007 mit anschließenden Festkommers in der Jugendstilhalle Landau. Der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Lutz Weinzinger ist einer der Referenten. Da die Wiener Burschenschaft Bruna Sudetia noch 1971 den "Anschluss" als Verwirklichung des "Traum[es]" der Deutschen Burschenschaft vom großen Reiche aller Deutschen sah, und Weinzinger Mitglied dieser schlagenden Burschenschaft ist, sowie schon des Öfteren einschlägig in der rechtsextrem eingestuften Zeitschrift "Die Aula" publizierte, erwartet Josef Stingl (KPÖ) wilde Angriffe gegen das Verbots- und Wiederbetätigungsgesetz unter dem Deckmantel seines Vortrages zum Thema "Die Meinungsfreiheit in der heutigen Republik Österreich".

Veranstalter dieser ominösen Veranstaltung ist die Deutsche Burschenschaft. Interessant dabei ist, dass die Deutschen Burschenschafter ihre Innsbrucker "Waffenbrüder" zunächst für militant hielten und ihnen 1983 die Aufnahme in den deutsch-österreichischen Dachverband Deutsche Burschenschaft (DB) mit der Begründung, diese beheimate "Männer mit terroristischer Gesinnung", verwehrten. Mittlerweile sind die Brixen jedoch in der DB aufgenommen worden und dieser harte Kern der deutsch-österreichischen Burschenschafterszene Žführt sogar den Vorsitz in der DB.

Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) zur Geschichte der Brixia: "Gegründet wurde diese Korporation 1876, und bereits 20 Jahre später wurde den Juden die Satisfaktionsfähigkeit abgesprochen, was gleichbedeutend mit der Einführung eines "Arierparagraphen" war. Aufgrund dieses Antisemitismus wurde die Brixia 1897 behördlich aufgelöst. Sie konnte zunächst jedoch als Rhaeto-Germania weiter bestehen. 1900 wurde aber auch diese wegen antisemitischer Hetze behördlich aufgelöst, worauf man sich in Ostmark umbenannte. 1952 wurde die Brixia als "Lebensbund deutschstämmiger Akademiker" reaktiviert. Im November 1961 schändete ein Brixe gemeinsam mit einem weiteren Burschenschafter (Suevia) den jüdischen Friedhof in Innsbruck.
Die Brixia stellte zu Beginn der 60-er Jahre gemeinsam mit der Wiener Olympia das organisatorische Zentrum der zweiten, nun mehrheitlich rechtsextremistisch motivierten Terrorwelle in Südtirol dar. Auch die Mitte der 60-er Jahre gegründete (und 1988 behördlich aufgelöste) neonazistische NDP wurde von zahlreichen Brixen getragen (z. B. Herwig Nachtmann, Rudolf Watschinger). Am 8. September 1984 trat der Neonazi und NPD-Obmann Norbert Burger (Olympia) auf einer Festveranstaltung der Brixia auf. Die Bozener Staatsanwaltschaft vermutete auch hinter der Südtirol-Terrorwelle der 80-er Jahre ("Ein Tirol") namhafte "Brixen".
Im März 1988 verteilten Brixen die Aula-Broschüre "1938. Lüge und Wahrheit. Weder Opfer noch Schuld", welche auch mit dem Stempel der Brixia versehen wurde. Der rechtsextreme, zum Teil an NS-Wiederbetätigung gemahnende Inhalt und Stil dieser Schrift veranlasste den Senat der Universität Innsbruck, die Staatsanwaltschaft einzuschalten und über die Aberkennung des Titels "akademisch" für die Burschenschaft zu beraten. Diese Beratungen verliefen jedoch ergebnislos, auch die Staatsanwaltschaft sah keinen Anlass für weitere Ermittlungen. Ausgerechnet für den 9. November 1989 war ein Vortrag des rechtsextremen britischen Holocaustleugners David Irving auf der Bude der Brixia geplant. Da die Behörden jedoch über Irving ein Einreiseverbot verhängt hatten, mussten die Veranstalter ins benachbarte Bayern ausweichen. 1995 wurde ein prominentes Mitglied der Brixia nach dem NS- Verbotsgesetz verurteilt, ohne dass dies verbandsinterne Auswirkungen gehabt hätte."

"Am Besten wäre es natürlich diese Veranstaltung zu untersagen, aber von Österreich aus schier aussichtslos", befürchtet Stingl. Er verlangt aber von den österreichischen Behörden, die deutschnationale Veranstaltung, insbesondere die österreichischen Burschenschafter und die Wortmeldung des FP-Nationalrates Weinzigers genauestens zu prüfen und gegebenenfalls nach dem Wiederbetätigungsgesetz anzuklagen.