Willkommen bei KPÖ Tirol 

Wir unterstützen den Demoaufruf der Grauzone!

Standpunkte Der Kampf unserer Stadtväter und -mütter gegen die angebliche "Verdreckung der
Stadt" treibt nicht erst seit kurzem seltsame Blüten. Da werden
Sitzgelegenheiten weggeräumt, Jugendliche aus öffentlichen Räumen vertrieben,
und Obdachlose sollten sich am besten in Luft auflösen, damit am besten ja
niemand über die Ursachen der Armut, die es auch in Innsbruck gibt, nachdenken
muß. Politische AktivistInnen, die auf Mißstände hinweisen sind unwillkommen.
Ein Artikel in der Tiroler Woche, in dem unter dem Titel "Innsbruck - eine
Stadt verdreckt" Jugendliche abgebildet waren, hat viele Leute aufmerksam
gemacht.
Wir dürfen es nicht hinnehmen, wenn eine Zeitung die Botschaft verbreitet, daß
Menschen Müll sind.

Wir dürfen nicht zusehen, wenn politische AktivistInnen der Vermüllung der Stadt
bezeichnet werden, weil sie ein Recht ausüben, das ihnen durch die Verfassung
garantiert ist. Daß sie das auch laut tun, ist ihr gutes Recht.

Zeigen wir den SchreibtischtäterInnen und den Stadtherren und -damen, daß Ihre
Politik nicht unwidersprochen bleibt.

Hier der Aufruf der Grauzone:


DIE STADT GEHÖRT ALLEN!
Wir lassen uns die öffentlichen Plätze und Räume nicht wegnehmen!
Kämpfen für ein selbstbestimmtes Leben!
Gemeinsam und von unten!

Samstag, 23. Juni, 12:00 Uhr
Treffpunkt: Landhausplatz / "Grünanlage"


Heute schon vertrieben worden?

Die städtische Vertreibungspolitik und die vorbereitende mediale Hetze
bestimmten Bevölkerungsgruppen gegenüber nimmt in letzter Zeit immer größere
Ausmaße an. "Schutzzonen um Rapoldi- und Sillpark errichtet",
"TierschützerInnen lärmen in der Museumsstrasse", "Punks lungern vor dem
Landesmuseum" und "Koma-saufende Jugendliche belagern die Theresienstrasse"
waren nur einige Themen und Ereignisse, die in den letzten Monaten durch die
lokalen Medien geisterten. Begleitet wurde das Blätterrauschen von
verstärkten polizeilichen Kontrollen und Wegweisungen von Menschen, die
nicht der herrschenden Norm entsprechen. Die errichteten "Schutzzonen"
ermöglichen die willkürliche Vertreibung von Menschen auch wenn diesen kein
Ordnungsverstoß angelastet werden kann.
Sterile Konsum-Städte Die Epizentren der Vertreibung (Einkaufsstrassen und
Kaufhäuser, Parks und repräsentative Plätze, Innenstadt und Bahnhof) deuten
an, welchen Interessen eine solche Politik dient. Der kriselnde, sich neu
formierende Kapitalismus unterwirft die Menschen nicht nur seinem
Arbeitszwang; nein auch die Freizeit soll den Erfordernissen der Profitlogik
angepasst werden. Dazu ist es notwendig, konsumfreie
Gestaltungsmöglichkeiten von Freizeit möglichst aus der Stadt zu verbannen.
Sitzen in der Altstadt ist nur beim Besuch eines Cafes möglich. Ballspielen
im Hofgarten? - Niemals! Sonnen im Schlosspark Amras - auf wenige m²
beschränkt! Diese Entwicklung äußert sich sowohl in der städtischen
Architektur als auch in der beschriebenen Vertreibungspolitik. Betonierte
Plätze, ohne schattenspendende Bäume oder gar Sitzgelegenheiten, sollen
anregen sich möglichst schnell von einem Einkaufstempel in den nächsten zu
bewegen. Menschen, die soziale Ungleichheiten sichtbar machen, sollen weder
den Konsumhungrigen ein schlechtes Gewissen bereiten, noch die den
zahlungskräftigen Touristen vorgegaukelte Tiroler Idylle stören.

"Sauberkeit ist der kleine Bruder der Sicherheit..."

....titelte die Tiroler Woche in einem ihrer Artikel, in dem sie gegen das
Stadtbild verschandelnde Tierschutzgruppen, Punks und Jugendliche hetzte und
machte damit gleich auch klar, was hier von wem gesäubert werden sollte.
Nämlich die Stadt von unliebsamen Randgruppen und unbequemen Widerständigen.

...ihre "Sicherheit" ist die putzige Enkelin des Faschismus!

Mehr Überwachung und Kontrolle, mehr Polizeipräsenz und
Problemgruppenbenennung, mehr Kriminalisierung und Vertreibung erzeugen
keinesfalls mehr Sicherheitsgefühl. Im Gegenteil wird durch die ständige
mediale Inszenierung und spektakuläre Aufbauschung des Themas ein
Bedrohungsszenario geschaffen, das so nicht existiert. Politiker haben
jedoch die geschürten Ängste der Menschen als Vehikel entdeckt, um die
wenigen verbliebenen Freiheiten weiter zu beschränken und ihre Machtposition
in einem zunehmend autoritären Staat zu festigen. Ziel ist jedoch einzig und
allein die Sicherheit der Profitraten! Wirkliche - soziale - Sicherheit kann
niemals durch repressive polizeiliche Maßnahmen und Vertreibung geschaffen
werden.

Betroffen sind einige!

MigrantInnen, Obdachlose, Punks und andere von der Norm abweichende
Existenzweisen, sind aufgrund gesellschaftlicher Rassismen und Vorurteile
die ersten Zielscheiben der diese Politik umsetzenden OrdnungshüterInnen.

Gemeint sind wir alle!

Ziel dieser Politik ist es jedoch unser aller Leben zu kanalisieren und den
öffentlichen Raum zugunsten kommerzieller Interessen zu enteignen. Wenn
Menschen vertrieben, die Grünflächen in Parks gesperrt, Sitzgelegenheiten in
der Innenstadt entfernt, und Sportplätze nur noch für den Profibetrieb
zugelassen werden, betrifft es uns alle.


Deshalb rufen wir zu einer lauten Demo auf!

Route: Landhausplatz - Wilhelm-Greil Str. - Salurner Str. - Bahnhof -
Brunecker Str. - Sillpark (kleiner Stop, Wende) - Museum Str. - Landesmuseum
(kleiner Stop) - Burggraben - Franziskanerplatz - Rennweg


Gegen Faschismus in all seinen Facetten!
Für die Befreiung von Mensch und Tier!
Für eine wilde, freie und grenzenlose Welt!

DEMONSTRATION:
SAMSTAG, 23. JUNI, 12:00 UHR, TREFFPUNKT: LANDHASUSPLATZ! [INNSBRUCK]

BRING YOUR KIDS, SKATES, BIKES, JUGGLING STUFF, FOOTBALLS, WATERGUNS,
CLOWNS, CAMPINGCHAIRS

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Bündnis *KOMMANDO LIEGESTUHL* - PF 705 - 6021 innsbruck