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Die Türklnnen die Guten, die KurdInnen die Bösen?

Frieden KPÖ: Freiheitskampf ist nicht gleich Terrorismus
Erbost reagiert Josef Stingl (KPÖ) auf die seichte, unreflektierte Berichterstattung der Tiroler Medien bezüglich der am Sonntag abgehaltenen türkischen Demonstration in Innsbruck. "Anti-Terror-Demo endet im Chaos", "Demo gegen den Terror eskalierte" oder "Schlägerei nach Anti-Terror-Demonstration" waren die Schlagzeilen in der heutigen Berichterstattung. Stingl räumt ein, dass es schon sein mag, dass ein Großteil der TeilnehmerInnen diesem Motto Glauben schenkten. "Realität ist aber, dass die Organisatoren im türkisch-nationalistischen Lager zu finden sind! Warum wurde beispielsweise der oft zitierte Sprecher des sogenannten überparteilichen Organisationskomitees, Achmed Yilmaz, nicht gefragt aus welcher Organisation er komme. Meines Wissen ist er der Ex-Chef der Grauen Wölfe in Tirol."

Zweifelhaft ist für Stingl auch bei der türkischen Demonstration das Wort "Anti-Terror" in den Mund zu nehmen. "Klar für die rechte, nationalistische türkische Regierung ist der Freiheitskampf der KurdInnen Terrorismus. Ich gebe aber zu bedenken, als wir in Österreich in einer ähnlichen Situation waren. In der Zeit des Hitlerfaschismus griffen viele ÖsterreicherInnen im Widerstand gegen das Naziregime zu den Waffen. Heute werden sie dafür geehrt, wäre es aber zu keinem Sturz des Naziregimes gekommen, würden sie heute auch als TerroristInnen abqualifiziert."

Dass die türkische Staatsregierung äußert rechts agiere, so Stingl, dass könne niemand bestreiten. Er erinnert an das Genozid gegen die ArmenierInnen. "Zwar war zu dieser Zeit Erdogan noch nicht an der Macht, aber er unternimmt alles erdenkliche um diese Verbrechen an der Menschlichkeit rechtzufertigen. Seine politischen Allüren gegen das kurdische Volk lassen ein weiteres Genozid befürchten.

Zurück zu Innsbruck: Die Behauptung "die türkischen Jugendlichen seien quasi zufällig beim kurdischen Kulturhaus vorbeigekommen. Es sei kein Akt der Provokation gewesen. Die Jugendlichen hätten eine Runde in der Stadt gedreht, dabei sei es zu den Zusammenstößen gekommen, die von den Jugendlichen nicht beabsichtigt worden seien. Mit der Demonstration hätten die Ausschreitungen aber nichts zu tun", sind ein weiteres Merkmal, wie undifferenziert Tirols Medien mit dem Überfall auf das kurdische Vereinshaus umgehen. "Die Jugendlichen waren nicht bei der Demo, die Fahnenstangen hatten sie zufällig mit, die Baseball-Schläger auch nur dabei um ihren sportlichen Tätigkeit nachzugehen und provozieren wollten sie ohnehin nicht. Ich nehme an, niemand ist so blöd, das zu glauben.