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SKURILL

Wahlen Wahlberechtigt in New York - in Wien aber nicht!
Tirol wählt - Skurrile Neuerungen gibt’s im Wahlrecht. Immerhin erstmals "traut" der Tiroler Landtag den Jugendlichen, die bis zur Wahl das 16. Lebensjahr vollendet haben, zu die richtige Wahl zu treffen. Gewählt werden dürfen sie allerdings nicht - da müssen sie noch zwei Jahre warten, bis sie 18 Jahre alt sind. "Das wäre ja noch schöner", meinen die Landtagsabgeordneten, "wenn 16- 17jährige Jugendliche selbst ihre Interessen im Tiroler Landtag vertreten würden". Skurill auch die Veränderung bei der Besetzung der Wahlkommissionen. In Zukunft darf diese Aufgabe nicht mehr jeder Wahlberechtigte, sondern nur mehr jeder Wählbare übernehmen. „Stimmvieh ja, aber mit den pubertären Frotzen an einem Tisch Nein" war hier offensichtlch die Meinung der Tiroler Landtagsabgeordneten.

Warm um´s Herz wurde es den gleichen, den patriotischen Landtagsabgeordneten, dann aber wohl beim Gedanken an die armen Landsleute, die im Ausland, fern der Heimat, ihr Dasein fristen müssen. Sie dürfen nun auch wählen, selbst wenn die Verlegung ihres Hauptwohnsitzes schon 10 Jahre zurückliegt. Hier gilt jetzt das Motto "TirolerInnen sind und bleiben wir - egal, wohin es uns beruflich oder privat verschlägt".

Oder doch nicht? TirolerInnen in Wien oder anderen Bundesländern dürfen nicht wählen. So entsteht die skurille Situation: Zieht es beispielsweise eine TirolerIn beruflich nach Wien, oder gar nur ins benachbarte Vorarlberg oder Salzburg ist`s vorbei mit dem Tiroler Wahlrecht, selbst wenn Mensch einen Zweitwohnsitz in Tirol behält.

Skurill dann auch, Menschen die schon jahrelang oft schon jahrzenhntelang in Tirol leben, denen aber die österreichische Staatsbürgerschaft fehlt, die dürfen in Tirol nicht wählen - Hauptsache TirolerIn in London, Paris und New York darf wählen. Sinnvoller wäre es da wohl, wenn alle - egal welche Staatsbürgerschaft sie besitzen - dort wählen und gewählt werden können, wo sie auch wohnen. Diesbezügliche Initiativen des Tiroler Landtages, aber auch im Nationalrat sind mir jedoch nicht bekannt.

Josef Stingl