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400 Kündigungen bei Swarovski

Sozial Jubelmeldungen über Arbeitsmarktentwicklung demaskiert
"Die Jubelmeldungen von Landes- und BundespolitikerInnen zur Entwicklung am Arbeitsmarkt werden durch Beispiele wie die jetzt angekündigten Kündigungen bei Swarovski in Wattens ad absurdum geführt", stellt der Tiroler KPÖ-Sprecher Josef Stingl fest. Zunächst 200, jetzt sogar bis zu 400 Beschäftigte sollen nach der Ankündigung der Firmenleitung ihren Job verlieren, bei dem davon betroffenen Stammpersonal der 6.700 Beschäftigten in Wattens macht sich Unsicherheit breit, manche haben sogar Angst in Krankenstand zu gehen, wie ein Betriebsrat berichtet. Unter Berufung auf den schwachen Dollarkurs und Billigkonkurrenz in Ägypten und China will die Geschäftsleitung "im Interesse einer langfristigen Absicherung des Standortes Wattens" die Produktionskapazität anpassen. Bereits vor kurzem wurden 170 befristete Stellen nicht verlängert, eine der davon betroffenen ist auch die KPÖ-Spitzenkandidatin im Bezirks Innsbruck-Land, die 26-jährige Einzelhandelskauffrau Hediye Dikme.

Die Ausreden auf den Weltmarkt sind freilich wenig stichhaltig, ist doch die im Besitz der Familien Swarovski, Weiss und Frey stehende Swarovski-Gruppe (laut "trend-TOP500" 2006: 2,37 Milliarden Euro Umsatz, 20.236 Beschäftigte) mit den Divisionen Swarovski, Swarovski Optik, Tyrolit, Swareflex und Signity längst ein "Global Player" der mit Produktionen in Billiglohnländern die eigenen Standorte in Österreich konkurrenziert.

Der Swarovski-Clan gehören neben Reisch (Spar), Michael und Fritz Egger, Michael Schwarzkopf (Plansee-Werke) und Eduard Fröschl zu den reichsten Tiroler Familien. Die Familie Swarovski rangiert laut "trend" mit einem Vermögen von 2,2 Milliarden Euro auf Platz elf der 50 reichsten ÖsterreicherInnen, wie in solchen Kreisen üblich ist dieser Reichtum steuerschonend in eine Privatstiftung eingebracht. Die meisten Schlagzeilen machte der Name Swarovski in den letzten Jahren durch die Eskapaden von Fiona Swarovski und deren Heirat mit Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser.

"Es ist pervers, wenn immer mehr Menschen auch in Tirol um ihren Arbeitsplatz bangen müssen und nicht wissen, wie sie angesichts stagnierender Einkommen und explodierender Teuerung notwendigste Ausgaben für Wohnen, Heizen, Kleidung oder Essen finanzieren sollen, während der Jet-Set von einem Event zum nächsten pilgert", so Stingl. Sichere Arbeitsplätze und soziale Sicherheit kann es daher nur mit einer Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums geben, die KPÖ wird dies im Landtagswahlkampf entsprechend thematisieren.