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"Nazis raus" ...

Antifa ... und „Lieber ein Abzess im After, als ein deutscher Burschenschafter“...
… skandierten unter anderen die TeilnehmerInnen der zwei Anti-Rechts-Anti-Kommers-Demos. Über 2.000 TeilnehmerInnen, ZuschauerInnen die sich den Demozügen anschlossen und breite Zustimmung von Bevölkerungsteilen gegen die Kommersveranstaltung, bei der der 3. Nationalratspräsident wieder einmal zündelte, sind ein deutliches Zeichen der Zivilgesellschaft gegen Rechts. Unrühmlich von Tiroler Seite, der 1. Landtagspräsident, Ex-Landeshauptmann Herwig von Staa (nahm beim letzten Innsbrucker Kommers noch als Landeshauptmann als Festredner teil) erwies diesmal den rechten bis rechtsextremen Burschenschaftern mit einer schriftlichen Grußbotschaft die Ehr.

Bereits ab 12 Uhr versammelten sich die ersten AntifaschistInnen bei einem Straßenfest vor dem Gasthaus Bierstindl – das Ziel, den am Nachmittag am Bergisel anberaumten „klotz“igen Burschenschafter-„Hofer-Gesamttirol-Deutschtum-Treue-Schwur“-Festakt alternativ akustisch zu untermalen. Schon am Vortag haben selbstorganisierte Blockade- und Protestaktionen auf der Igler Bundesstraße die Anreise von Burschenschaftern zu einer Sonnwendfeier am Patscherkofel, die ebenfalls Teil des Rahmenprogramms des rechtsextremen Festkommerses war, behindert.

Sah am Landhausplatz die TeilnehmerInnenkulisse der Demo des „Aktionsbündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus“ abgesehen von der unübersehbaren Polizeipräsenz noch sehr mager aus, lieferte der Platz vor dem Innsbrucker Widerstandsdenkmal – der bezeichenderweise von Tirols Politik nach dem NSDAP-Mitglied und JH Eduard Wallnöfer umbenannt wurde – eine Stunde später ein buntes Bild, von Jung und Alt - SozialdemokratInnen, Grüne, KommunistInnen, Junge Liberale, KatholikInnen, Wacker-Innsbruck-Fans,… Anzumerken sei, dass zu Beginn die Polizei Ausweiskontrollen durchführte: „Vorurteilsfrei“ nur bei punk- und autnomaussehenden Jugendlichen und bei einigen OrdnerInnen (!?!).

Bevor sich der machtvolle Zug in Bewegung wetterte Gerhard Hetfleisch über „Kellernazis im Burschengewand“ und von warnte vor dem „autoritären, antidemokratischen Dreck, der alle Bereiche der Gesellschaft unterwandert.“ Laut, aber friedlich, zog die fast 2.000-köpfige Demo dann, zwei Stunden lang durch Innsbrucks Straßen, um gegen die 1.000 rechten und rechtsextremen Burschenschafter, die dieses Wochenende Innsbruck „belagerten“ zu demonstrieren.

Fast gleichzeitig ab 17 Uhr startete dann auch vom Bierstindl weg der Zweite, der „autonome“ Demonstrationszug in Richtung Innenstadt, an dem ca. 450 Menschen teilnahmen. Auch bei dieser Demonstration war von der bürgerlichen Presse herbeigeschworenen Gewalt- und Zerstörungsbereitschaft zu sehen und zu spüren und nur laute Sprechchöre gegen Rechts zu hören. Das offizielle Ende beider Demo-Züge fand gegenüber der Messehalle statt, wo in den Abendstunden die „alten Herren“ und ihre „jungen Burschis“ bei extrem hohen Bierkonsum ihren Festkommers feierten und bei dem überraschenderweise deine dreiminütige Grußadresse des Landtagspräsidenten Van Staa verlesen wurde.

Zu später Stund hetzte dann noch in seiner Festansprache der Alte Herr, der Brixe, der 3. Nationalratspräsident, das FPÖ-Mitglied, Michael Graf gegen die „linken Chaoten der Gegendemos“ und deren „Kampfansage gegenüber seiner Person“. Er sei nach wie vor stolz darauf, Aushängeschild des RECHTEN akademischen Lagers zu sein. Vor der Tür dieser rechten bis rechtsextremen Veranstaltung harrten bis rund 22 Uhr die TeilnehmerInnen beider Demonstrationen, um mit Musik, Kultur und bunter Lebensfreude weitere kräftige Zeichen gegen rechte Provokationsveranstaltung zu setzten. Danach ging`s zur After-Demo-Party in den Hafen, wo bis in die Morgenstunden kulturell weiter protestiert wurde.

Fast traurig zeigen sich einen Tag danach die KollegInnen Journalisten der bürgerlichen Medien. Nichts ist zu ihrem Leidwesen, von ihren profezeiten „linken Chaoatentum“, von ihren profezeiten Gewalt- und Zerstörungsorgien“ eingetroffen. Sie können heute beispielsweise nur mehr mit „Bei Demo flogen die Fetzen“ titeln um danach kleinlaut einzugestehen, dass dies nur verbal zu sehen sei.(js)

Quelle: www.imzoom.info