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"Leben unter Brücke" darf nicht zum Ziel werden!

Wohnen Wohnst du noch oder lebst du schon" lautet ein Werbespruch eines schwedischen Möbelhauses. Die Innsbrucker Filiale besagten Möbelhauses muss bereits mit "Wohnst du noch oder lebst du schon auf der Straße"  werben. Denn, Innsbruck ist in Bezug auf Wohnen (genaugenommen nicht nur fürs Wohnen) die teuerste Landeshauptstadt.  Kostet beispielsweise eine 70 Quadratmeter-Wohnung in Niederösterreichs Landeshauptstadt durchschnittlich 380 Euro, wäre gleiche Wohnung in Linz um 31 Prozent, in Wien um 40, in Salzburg um 61 Prozent und in Innsbruck gar um 63 Prozent teurer. Selbst im extrem teuer verschrien Vorarlberg würde besagte Wohnung um rund 20 Prozent weniger Miete anfallen als in Innsbruck.

„Billiger zu haben“ ist in Innsbruck dafür Wohnungseigentum. Hier liegt unsere Landeshauptstadt im Bundesländer-Ranking nach Salzburg "nur" auf dem zweiten Platz. Konkret heißt das, dass der Innsbrucker Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen jetzt bei 2.845 Euro liegt und sich der Kauf einer 70 Quadratmeter-Wohnung mit knapp 200.000 Euro zu Buche schlagen würde. Übrigens, für gleiche Wohnung würde man in St. Pölten um 46 Prozent und in Eisenstadt um die Hälfte weniger löhnen.

Ein Ausweg aus der Misere ist derzeit keiner in Sicht, denn die Innsbrucker Kommune - und nicht nur diese - hat sich bei der Wohnraumbeschaffung ihrer GemeindebürgerInnen gänzlich aus der Verantwortung gezogen. Gemeindeeigener Wohnbau ist für Frau Zach (FI) und Herrn Sprenger (ÖVP), aber auch für Frau Pokorny-Reitter (SPÖ) ein unaussprechliches Fremdwort. Sogenannter „Sozialer Wohnbau“ wird von den führenden "Stadtakteuren" auf die (parteinahen?) Wohnbaugenossenschaften oder gar an privatwirtschaftliche Wohnbaugesellschaften abgeschoben. Diese bauen dann, verlangen für Wohnungen marktübliche Mieten und "zur Hilfe der Innsbrucker MieterInnen" werden sie von Stadt und Land mittels Wohnbau- und Mietzinsförderung „quersubventioniert“.  Für die Erhaltung des Systems sind die fehlenden Gemeindewohnungen und die jahrelangen Wartezeiten lebensnotwendig, Denn, sie sind der Garant dafür, dass Innsbrucks Wohnbaumafia Jahr für Jahr die Mieten immer höher treiben können. Innsbrucks Mietzinsförderung ist der Garant dafür, dass unser Steuergeld widerstandslos in den Rachen selbiger umverteilt wird und ihr Säckel so praller und praller werden kann.

Da das "Leben unter der Bücke" nicht das Ziel sein kann, ist exzessiver Neubau von Gemeindewohnungen notwendig - um die Wohnkosten in Innsbruck wieder leistbar zu machen, sind in Gemeindebauten Mieten zum "St.Pöltner Tarif", also rund der Hälfte des jetztigen Innsbrucker Mietniveaus notwendig. Positiver Nebeneffekt: Wenn die marktwirtschaftliche Regel das von Angebot und Nachfrage wirklich Gültigkeit hat, dann werden damit auch die Mieten am privatwirtschaftlichen Wohnungsmarkt sinken.