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Sehr geehrtes Rektorat der Universität Münster,

Standpunkte die von Ihnen initiierte Räumung des Hörsaales der Universität Münster macht betroffen. In Österreich protestieren StudentInnen bereits seit Wochen gegen unzumutbare Studienbedingungen. Tatsache ist, dass nicht nur in Österreich die Mittel für Lehre und Forschung knapp sind und dass die Verschlechterung der Studienbedingen nicht nur in Österreich eine Folge von Bologna sind.

Angesichts der immensen Mittel, die die Bundesrepublik Deutschland für die Rettung der Banken ausgegeben hat, wäre es nun nötig, auch in Zukunft und Bildung zu investieren. Stattdessen macht die mit deutschen Steuergeldern gerettete Deutsche Bank wieder Milliardengewinne und hat nichts aus der Krise gelernt, die auch eine Krise der Marktwirtschaft ist. Die Mittel für Bildung bleiben weiter knapp. Stattdessen werden die Universitäten immer stärker der Logik des Kapitalmarktes unterworfen.

Für die Freiheit der Lehre und Forschung, mehr Mitspracherecht und für einen kostenlosen Hochschulzugang gehen die Studierenden sowohl in Österreich als auch in Deutschland auf die Straße.

Die Studierenden gehen eben gerade auch für das Humbolt'sche Bildungsideal auf die Straße und damit für das, wofür eine Universität stehen soll.

Übrigens haben in Österreich bereits einige Rektoren erkannt, dass die Proteste auch dem Wohl der Universität dienen, da sie eine breitere Bildungsdebatte bewirken. Rektor Töchterle diskutierte an der Universität Innsbruck mit den Studierenden im besetzten Hörsaal und nannte die Veranstaltung eine "Universität im besten Sinne".

Es wäre besser gewesen, sie hätten mit Ihren StudentInnen diskutiert, anstatt sie des Hörsaals zu verweisen.

Mit freundlichen Grüßen,
Mag. Roland Steixner