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Meine Erbsen, deine Erbsen...

Sozial von Josef Stingl
Im Jänner 2012 sind in Innsbruck die ersten Weltjugendspiele (Youth Olympic Games – YOG). Sie werfen bereits Schatten: Das 15-Millionen-Euro-Budget ist bereits auf rund 20 Millionen geklettert und seit der Fußball-EM wissen wir, dass dies noch nicht die Bergspitze sein muss. Innsbrucks Stadtführung zögert daher mit der endgültigen Zusage, auch ein Gipfeltreffen mit ÖOC-Präsident Karl Stoss brachte keine endgültige Entscheidung. Der Rüffel von LH Günther Platter folgte zugleich: „Ich halte nichts davon, wenn wir Erbsen zählen beginnen!“

Endlich, ein Politiker der so richtig auf den Tisch hauen kann: Was bilden sich Zach & Co. nur ein, wegen dem Fußball-EM-Desaster, jetzt etwas sorgsamer mit den Steuererbsen umgehen zu wollen. Die paar Erbserln mehr sind doch kein Problem, sie fließen ja über Umwegsrentabilität in die krisengeschüttelte Wirtschaft. Weit besser investiert, als in das faule Pack der SozialschmarotzerInnen, die dem „Staatssäckel“ ohnehin immer nur zur Last liegen.

Knapp 100.000 TirolerInnen gelten als armutsgefährdet. Sie werden sich freuen, werden auch sie es sein, die mit ihren als Steuer geleisteten Erbsen die „g`scheit organisierten olympischen Jugendsportspiele“ bezahlen dürfen und dafür eine „ordentliche Eröffnungsfeier“ via Fernsehbilder präsentiert bekommen. Für ihre Sozialhilfen wären die 20 Millionen Euro ohnehin nur ein Tropfen auf den heißen Stein, und an eine Grundabsicherung, die ihnen ein Leben ohne Existenzangst gewährleisten würde, glauben sie ohnehin fast nicht mehr.

Fest steht, Herr Platter tut sich mit dem „nicht Erbsen zählen“ sehr leicht, ist es doch nicht sein Erbsenfeld und muss er nicht er persönlich für die Kosten haften. Geht die YOG – so wie die Fußball-EM – finanziell in die Hose, werden wieder wir SteuerzahlerInnen mit unseren Erbsen für die Großzügigkeit des Landesschefs herhalten müssen.

Josef Stingl ist landespolitischer Sprecher der KPÖ-Tirol