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Tiroler Verkehrspolitik immer skurriler!

Verkehr u. Umwelt von Roland Steixner
Wer gehofft hat, dass nach der Einführung der Seniorenvergünstigung auch für die Pendler die Tarife etwas günstiger werden, der wurde bitter enttäuscht. Nicht nur, dass für diese Gruppe die Tarife nicht sinken, sie steigen ab Februar, zeitgleich mit der Einführung der Seniorenvergünstigung sogar um ca. 2%. Wenn nun argumentiert wird, dass diese Preissteigerung unter der Inflationsrate liegt, dann ist das ein schwacher Trost angesichts der Tatsache, dass die Löhne im Schnitt weniger stark steigen als Mietpreise, Heizkosten und die Kosten für Grundnahrungsmittel. Immerhin pumpt das Land 2,3 Mio Euro in die Vergünstigung für Senioren, während der Rest leer ausgeht.(http://www.tt.com/Tirol/5932757-2/vvt-erh%C3%B6ht-ab-februar-kartenpreise.csp) Eine vernünftige Verkehrspolitik schaut anders aus. Man möchte meinen, dass es Ziel der Verkehrspolitik sein müsste, Anreize zu schaffen, den öffentlichen Verkehr zu benützen. Genau das geschieht aber damit nicht. Gerade die Gruppe der Berufstätigen ist die Bevölkerungsgruppe, die täglich den Weg in die Arbeit zurücklegen muss. Diese Menschen dazu zu bringen, auf Bus und Bahn umzusteigen, müsste eigentlich das Ziel einer umweltfreundlichen Verkehrspolitik sein. Das könnte durch günstigere Zeitkarten erreicht werden. Derzeit ist es jedoch für viele Menschen, die außerhalb von Innsbruck wohnen günstiger, mit dem PKW in die Arbeit zu fahren. Dazu kommt noch, dass die regionalen Nightliner vielfach nicht Teil der Leistung der Zeitkarten sind, sodass diejenigen die nicht in der Stadt Innsbruck wohnen, für diese noch extra zahlen müssen, obwohl sie eine Zeitkarte besitzen.

Ganz abgesehen davon wäre es auch schon längst an der Zeit, für Jugendliche günstigere Angebote zu machen. Denn ganz abgesehen davon, dass von dieser Gruppe am Arbeitsmarkt und auch in Bezug auf die Ausbildung immer größere Mobilität abverlangt wird, sind das auch diejenigen, die sich künftig entweder für die Nutzung des öffentlichen Verkehrs entscheiden, wenn dieser attraktiv ist, oder ihr ganzes hart verdientes Geld in ein Auto stecken. Man möchte meinen, dass eine vernünftige Verkehrspolitik einen Anreiz für die erste Alternative bieten sollte. Derzeit ist das offenkundig nicht der Fall.

Ich frage mich jedoch, welches Kalkül die Landesregierung mit dieser Politik verfolgt. Glaubt sie tatsächlich, dass sie mithilfe der Seniorenvergünstigung so viele Stimmen holen kann, dass ihr die Stimmen der Berufstätigen und Jugendlichen herzlich egal sein können? Denn diese Gruppen dürften über diese Verkehrspolitik wenig erfreut sein.

Roland Steixner ist KPÖ-Spitzenkandidat bei der Tiroler Landtagswahl