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Burschenschafter diskutieren über Jugendarbeitslosigkeit

Antifa Nun ist ja bekannt, welches Thema beim Treffen der Deutschen Burschenschaft im Vordergrund sein soll. Ist nun die Verteilungsfrage auch bei den selbsternannten Eliten angekommen oder geht es in erster Linie um die Frage, wie die gravierendsten Symptome, an denen die Festung Europa heute krankt, gelindert werden können? Die Deutschen Burschenschaften haben eine Petition an EU-Kommission und EU-Parlament gerichtet. Diese werden dazu aufgefordert, nach Wegen zu suchen "wie das ungeheure Potential von 7,5 Millionen
arbeitslosen europäischen Jugendlichen dahin genutzt werden kann, den so oft genannten Mangel
an Schlüsselarbeitskräften in Europa zu beseitigen, zumindest aber zu mildern."
(http://www.burschenschaft.de/fileadmi...nd2013.pdf)

In der Festung Europa darf selbstverständlich kein Potential ungenutzt bleiben, wo doch die Migration den heimischen Arbeitsmarkt überflutet. Schließlich sollen die arischen Volksgenossen nicht etwa das "Vertrauen in die Zukunft ihrer Staaten und in die des gemeinsamen
Europas" verlieren. Das Ergebnis wären natürlich "schwere politische Unruhen", denn wo kommen wir denn hin, wenn die Betroffenen selbst eine andere Politik einfordern.

Dass sich die Deutsche Burschenschaft als Vertreterin der Interessen aller Jugendlichen in Europa, unabhängig von ihrer Herkunft betrachtet, darf zumindest bezweifelt werden. Burschenschafter sehen sich als Elite Europas und streben auch danach, diese Elite zu reproduzieren. Dazu ist aber eine Bildungspolitik, die sich nicht als Elitenförderung begreift, wenig dienlich. Die Forderung nach einer Gesamtschule würde ihren Interessen ebenso widersprechen wie die Forderung nach einer Vermögenssteuer. Schließlich darf auch das Privateigentum an Produktionsmittel nicht angetastet werden (solange es arisch ist).

Somit ist zu erwarten, dass die Rezept, der Burschenschaft nicht der übliche Eintopf aus dem Abbau von ArbeitnehmerInnenrechten und Sozialabbau sind, der natürlich mit einer kräftigen Prise Law-and-Order-Politik abgeschmeckt ist.

Insofern ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Gräben zwischen Jürgen Bodenseer und der Deutschen Burschenschaft überwindbar erscheinen.

Schließlich hat der "Demokrat" Bodenseer schon einmal laut über die Wiedereinführung der Todesstrafe nachgedacht. (http://derstandard.at/1334530942326/T...trafe-nach)