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Der "Islamische Staat" erteilt "Lizenz zum Töten"

Pressespiegel Der Anführer des IS hat in einer Rede deutlich gemacht, was ohnehin schon klar war: Er hat dazu aufgerufen, Zivilisten aller Länder, die sich an der Koalition gegen den IS beteiligen, unverzüglich zu töten. Wer nicht in ihrem Sinne gläubiger Muslim ist, hat kein Recht auf Leben.
http://justpaste.it/aladnane
Der Terror des IS und die Katastrophe im Irak und in Syrien haben den Flüchtlingsstrom nach Europa anschwellen lassen. Die Situation in der kurdischen Autonomieregion Rojava ist derzeit kritisch. Der IS ist in der militärischen Offensive. Dazu beigetragen haben - wenn man den kurdischen Meldungen Glauben schenken darf - auch türkische Waffen. Die kurdischen Gegner der Region Rojava sind in höchster Bedrängnis. Denn der IS verfügt über erbeutete US-Panzer.
http://www.faz.net/aktuell/politik/au...65171.html

Ob die Luftschläge von USA und Frankreich den gewünschten Erfolg haben, ist zu bezweifeln. Zudem ist das Bestreben "gemäßigte Rebellen" in Syrien auszubilden, eher eine Strategie, dort auf bequeme Weise auch noch einen "Regime Change" durchzuführen. Ob das Gross dieser Rebellen gegen Assad wirklich so "gemäßigt" sind, darf bezweifelt werden.
http://www.heise.de/tp/artikel/42/42854/1.html

Denn dadurch wird gerade die "Rechtfertigung" für diesen Aufruf geboten. So wie sich diese Rede liest, ist eigentlich eines deutlich: Was wäre der IS wenn der Westen, das ausgemachte Feindbild der Terrorgruppe, nicht diesen Krieg führen würde? Was wäre gewesen, wenn der Westen nicht seit 2001 den "Kampf gegen den Terror" ausgerufen hätte und Muslime unter Generalverdacht gestellt hätte?

Tatsächlich war und ist der Westen gut darin, Kreuzzüge zu führen. Daraus bezieht der IS seine "Legitimation" und "Existenzberechtigung". Daher muss er selbst auch Krieg führen. Da der IS nicht durch eigene für eine Mehrheit attraktive Ideen verfügt, braucht er eines: Tote Muslime. Er muss sie selbst produzieren. Denn gäbe es sie nicht, womit könnte er diesen Krieg rechtfertigen. Slavoj Zizek bezeichnete den IS jüngst als eine "Schande für den Fundamentalismus".
http://www.heise.de/tp/artikel/42/42847/1.html
http://opinionator.blogs.nytimes.com/...;_r=1&

In der Krisenregion braucht es dringend eine Verständigung in der UN. Auch Russland hat Kooperationsbereitschaft bekundet. Das ist wichtig. Es geht nicht darum, dass die USA und ihre Verbündeten eine Militärintervention vom Zaun brechen, sondern dass umgehend die internationale Gemeinschaft darüber berät, welche Maßnahmen zu treffen seien, um in der Region langfristig Frieden und stabile Verhältnisse zu schaffen.
Klar muss auch sein, dass den Menschen in Rojava geholfen wird. Die Region Rojava ist ein Gegenmodell zu den autoritären Staaten ringsum. Daher ist es auch wichtig, dass dieses Modell Schule macht im gesamten Maschrek.

Es ist auch festzuhalten, dass die Mehrheit der Muslime mit dem IS nichts zu tun haben wollen. Und das ist auch gerade gegenüber einzelnen Presseartikeln festzuhalten, die der muslimischen Mehrheit vorwerfen, dazu zu schweigen. Denn ganz offensichtlich gibt es viele Stimmen, die sich deutlich dazu geäußert haben und keine Missverständnisse diesbezüglich aufkommen ließen.

Roland Steixner