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BÜRGERRÄTE

Pressespiegel Grinzens, ein kleines Kaff in der Nähe Innsbrucks, hat es gewagt: 25 Menschen wurden per Los ausgesucht, ein Konzept zu erarbeiten, die eine Unterbringung und Integration von Flüchtlingen vorsieht.
Die Idee und Umsetzung der Bürgerräte, per Los gewählt, ist keineswegs neu. Die sogenannte Demarchie ist eine demokratische Form, in der Regierung und Volksvertreter nicht durch Wahlen, sondern durch das Losverfahren ausgesucht werden. (Schon Aristoteles meinte, dass die Herrschenden durch das Los bestimmt werden sollten, während Wahlen als oligarchisch betrachtet werden müssen.) Auch fallen in diesem Verfahren teure und verblödende Wahlwerbungen weg, sowie weitgehend Korruption, Beeinflussung und Lobbyismus. Die BürgerInnen tragen Verantwortung, müssen sich mit gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen, sind endlich im politischen Geschehen eingebunden und können basisorientiert mitbestimmen. Sie fühlen sich nicht mehr als "Stimmvieh". Teure Politikerkröpfe müssten nicht mehr gefüttert werden. Nur Fachleute mit der nötigen Kompetenz jeweiliger anstehender Probleme wären nötig. Ein demokratisches Paradies? Schon partiell umgesetzt in einigen Ländern. Klar gibts schwarze Schafe. Klar ist nicht immer Gold, was glänzt. Trotzdem sollte dieses kluge, keineswegs naive Modell nicht länger in Nischen praktiziert, sondern auch in Länderparlamenten umgesetzt werden. Das käme schon einer Revolution gleich...





Sylvia Dürr




Literatur

Buchstein, Demokratie und Lotterie

Burnheim, Über Demokratie. Alternativen zum Parlamentarismus