KPÖ Tirol
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Die Situation der österreichischen Frauen.

Pressespiegel
In unserer Gesellschaft gibt es arme und reiche Menschen.

Reiche Menschen vermehren ihr Geld, entweder in dem sie Aktien oder Anleihen kaufen

und so ihr Geld in Unternehmen investieren – oder sie sind selbst Unternehmer.

Dann können sie - je nach Größe des Unternehmens und je nach Wirtschaftskonjunktur

ArbeitnehmerInnen einstellen. Diese arbeiten dann für den Unternehmer ( oder für eine

Aktiengesellschaft). Durch die Arbeit der ArbeitnehmerInnen erhalten die Produkte einen

höheren Wert. Diesen Wert erhalten die ArbeitnehmerInnen aber nicht. Sie erhalten nur

einen Lohn, der so groß ist, dass sie ihre Arbeitskraft erhalten können - manchmal aber nicht

einmal das. Den größten Teil des Wertes, den die ArbeitnehmerInnen durch ihre Arbeit

geschaffen haben verbleibt aber beim Unternehmer, wenn er die Produkte verkauft. So

bleibt dem Unternehmer ein Mehrwert und damit letztendlich der Profit.

Bei Betrieben, die Dienstleistung anbieten, verhält es sich nicht viel anders. Die

ArbeitnehmerInnen leisten die Arbeit, die Bezahlung erhält der Unternehmer – der

Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin erhält einen Lohn, der niedriger ist, als die

Bezahlung, die an den Unternehmer ergeht.

Dann gibt es Menschen, die nicht reich sind – dazu gehören wir. Wir müssen, um leben zu

können, unsere Arbeit verkaufen. Uns bleibt der Lohn, der so hoch ist, dass wir gerade einen

Monat damit auskommen. Der größte Teil des Wertes der Produkte oder der

Dienstleistungen bleibt dem Unternehmer.

So sieht die Realität aus.

Ist die Situation der Arbeitnehmer schwierig – für die ArbeitnehmerInnen das Leben in

dieser Gesellschaft - in der der Reichtum für die Unternehmer erarbeitet wird - noch

schwieriger:

Im 19. Jahrhundert, zu Beginn der industriellen Revolution, wurde die Arbeit der Frauen als

Zuverdienst zu den Löhnen der Männer gesehen - und aus diesem Grund erhielten die

Frauen weniger Lohn als die Männer ( es gab damals ja auch Kinderarbeit. Die

Kinderarbeit wurde natürlich auch viel schlechter bezahlt) .

Und noch heute werden die Frauen schlechter bezahlt als die Männer:

Frauen arbeiten hauptsächlich im Sozial – und Pflegebereich, im Handel, als Frisörinnen

und als Bürokauffrauen. Hier sind die Löhne viel niedriger als zum Beispiel im Finanz- und

Versicherungsbereich, wo hauptsächlich Männer arbeiten.

Frauen verdienen im Durchschnitt 20 – 30% weniger als Männer!

Leider gibt es bei uns – im Gegensatz zu anderen Ländern - noch immer nicht die

Ganztagsschule.

So bleibt für viele Frauen nichts anderes übrig, als die Betreuung der Kinder zu übernehmen

und können aus diesem Grund nur teilzeitbeschäftigt oder in prekären Arbeitsverhältnissen

beschäftigt sein.

Ein weiteres Problem für die Frauen stellt der Umstand dar, dass viele Sozialleistungen an

das Einkommen des Mannes gekoppelt ist – wie zum Beispiel die Notstandshilfe oder die

Ausgleichszulage bei der Pension: Frauen erhalten wegen des Einkommens des Partners oft

keine Notstandshilfe oder keine Ausgleichszulage.

Durch die veränderte Durchrechnungszeit bei den Pensionen – also durch die Erweiterung

der Durchrechnungszeit auf alle Verdienstjahre - verschlechterte sich der Pensionsbezug für

die Frauen enorm .

Frauen sind häufiger arbeitslos als Männer und Frauen die keine österreichische

Staatsbürgerschaft besitzen, sind um 7 % mehr von Arbeitslosigkeit betroffen als

österreichische Frauen.

In der EU sind ungefähr 25% der Frauen durch Armut bedroht – das sind um 2% mehr als

die Männer.

Frauen sind auch häufiger unter den „working poor“ zu finden ( working poor sind

Menschen, die von der Lohnarbeit alleine nicht leben können, und die eine zusätzliche

Unterstützung erhalten müssen, um überleben zu können).

Besonders schlecht ist die Situation der AlleinerzieherInnen: 30% von ihnen sind

armutsgefährdet.

In Österreich leben 570 000 Frauen unter der Armutsgrenze.

Die KPÖ fordert daher:

1.: höhere Löhne in typischen Frauenberufen – also im Sozial- und Gesundheitsbereich, im

Handel, bei den Frisörinnen und bei den Bürokauffrauen.

2.: Besondere Unterstützungen im Bildungsbereich für Mädchen mit Migrationshintergrund.

3.: Die Entkoppelung des Bezuges bei Notstandhilfe und Ausgleichszulage vom

Einkommen des Partners.

Die KPÖ hat das große Ziel, die lohnabhängigen Menschen vom Joch des Kapitals zu

befreien: Also von der Notwendigkeit, die Arbeitskraft an einen Unternehmer verkaufen zu

müssen, der sich durch die Aneignung der Arbeit dadurch bereichert , während der

Arbeitnehmer immer gleich arm und abhängig vom Unternehmern bleibt .

Als ersten Schritt dahin fordert die KPÖ gemeinsam mit dem gewerkschaftlichen

Linksblock die 30 – Stunden – Woche bei gleichem Lohn.

Gerda Pastyrik

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