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Wohnen in Innsbruck: Leerstand und leere Versprechungen

PressespiegelDass der zur Verfügung stehende Wohnraum in Innsbruck knapp ist, ist keine Neuigkeit. Sämtliche Wahlkämpfe der letzten Jahren wurden mit der Forderung nach leistbarem Wohnen versüßt. Dass die Wahlzuckerln das Papier nicht wert sind, in das sie gewickelt sind, ist allerdings auch nicht neu.


Dass Wohnraum Mangelware ist, liegt nicht daran, dass Wohnbau an sich zu wenig gefördert würde, und schon gar nicht daran, dass die Wohnbauförderungsbeiträge der lohnabhängigen Bevölkerung nicht ausreichen würde, um leistbaren Wohnraum zu schaffen, sondern schlichtweg daran, dass die Politik wenig Interesse daran hat, das Problem auf die einzige Art und Weise zu lösen, die nachhaltig und sinnvoll wäre: der Zerschlagung des privaten Immobilienmarktes.

Zu groß ist die Verflechtung von Nutznießer_innen der Immobilienbranche mit der Politik. Wenn etwa Altbauten abgerissen werden und durch neue ersetzt werden, dann steigen die Mietpreise. Auch wenn ein geringer Anteil der neu entstehenden Wohnungen tatsächlich auch Sozialwohnungen sind, dürften diese teurer sein als sanierte Altbauwohnungen. Hinzu kommt, dass in erster Linie Eigentumswohnungen für finanzkräftige Leute gebaut werden.

Es wäre dringend an der Zeit, den Leerstand in Innsbruck systematisch zu ermitteln. Die bewusste Inkaufnahme und Forcierung von Leerstand durch gezielte Entmietung etwa im Eichhof und anderen für den Abriss bestimmten Altbauten durch die IIG ist nicht tragbar, sondern verursacht hohe soziale Kosten. Die Versprechungen, dass sich die Wohnungssituation nach dem supertollen Neubau dann deutlich verbessern werden, erweisen sich im Nachhinein wohl als genauso leer wie die inzwischen bereits entmieteten Wohnungen in den für den Abriss vorgesehenen Altbauten. Nur gut, dass etwa der Eichhof vor dem Abriss noch einmal saniert wurde.

Es bleibt abzuwarten, ob die Olympia-Euphorie der Landes- und Stadtregierung auch auf die Bevölkerung übergreift. Nur eines steht jedenfalls jetzt schon fest. Leistbarer Wohnraum wird durch Olympia allerdings keiner aus dem Boden schießen. Denn das O-Dorf X wird privat gebaut. Sozialen Wohnbau wird das nicht befördern, zumal die Stadt nach Olympia erst recht kein Geld mehr hat.

Eine andere Wohnungspolitik wäre dringend notwendig. Sie wird uns aber nicht geschenkt werden, sondern es muss Druck aufgebaut werden auf diejenigen, die in den Regierungen in Stadt, Land und Bund sitzen.

Roland Steixner

PS.: Am 8. August stehen Aktivist_innen in Innsbruck von 15:00 bis 18:00 bei der Annasäule (Maria-Theresien-Straße), machen einen Infotisch zum Thema Wohnen und sammeln Unterschriften für die Wohnungspetition der KPÖ. Alle, die das Thema, Wohnen unter den Nägeln brennt, sind herzlich eingeladen, vorbeizuschauen.

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