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Wer schafft die Arbeit? Wer schafft die Arbeit? Wer schafft die Arbeit?

Sozial Verschiedene Arten von Arbeit waren von der von der Sozialministerin gestellten Frage wohl gar nicht erst gemeint: Es gibt genug Arbeit, die von der Wirtschaft sicher nicht geschaffen wird: Da ist einmal die Kinderbetreuung und -förderung, Arbeiten in Haushalt, Pflege von Angehörigen, Arbeit die zur Reproduktion der Arbeitskraft nötig ist (einkaufen, kochen, etc.). Diese Tätigkeiten werden nicht bezahlt. Gemacht werden müssen sie dennoch auf jeden Fall. Zum Großteil werden sie von Frauen erledigt. In der Vergangenheit gab es übrigens ebenfalls Formen der Arbeit, die nicht bezahlt wurden. Sklavenarbeit zum Beispiel, die vom 16. Bis ins 19. Jahrhundert reichte. Afrikanische Sklaven wurden nach Südamerika, wo die Bevölkerung vor Ort quasi ausgerottet worden war, verschifft. Dort mussten sie unter schlechtesten Bedingungen schwere Arbeiten in den Mienen und Plantagen verrichten. Auf diese Weise konnten sich die Kolonialmächte mit Hilfe des Handelskapitals enorm bereichern, sich in der weiteren Folge aufrüsten, ihre Macht dadurch stärken und Kriege führen.
Im Mittelalter musste von den Leibeigenen Fronarbeit für die Fürsten und Gutsherren geleistet werden. Die Leibeigenschaft wurde zuletzt in Russland 1861 abgeschafft.
Die Sozialministerin meinte wohl, dass die Wirtschaft Lohnarbeit schafft. Dabei fällt gleich einmal auf, dass nicht jede*r selbstverständlich (von der Wirtschaft) Arbeit bekommt. Ein Unternehmer (noch immer überwiegend männlich) stellt eine*n Arbeitnehmer*in nur unter der Bedingung ein, dass diese*r durch die konkrete Arbeitsleistung ihm, dem Unternehmer, Profit bringt: Die Arbeitnehmer*innen schaffen durch ihre Arbeitsleistung, die sie verrichten (in dem sie z.B. an Produkten arbeiten) einen zusätzlichen Wert. Diesen Wert erhält der Unternehmer, nachdem er die fertig bearbeiteten Produkte verkauft hat. Der Wert, den die Arbeitnehmer*innen durch ihre Arbeit geschaffen haben, ist auf jeden Fall höher als ihre Lohnkosten. So entsteht ein Mehrwert und dem Unternehmer bleibt ein Profit. Die Arbeitnehmer*innen müssen auf jeden Fall diesen Mehrwert, der immer höher sein muss als die Lohnkosten, erarbeiten. Andernfalls würden sie ihren Arbeitsplatz verlieren.
Die Unternehmer sind bestrebt, diesen durch die Arbeitnehmer*innen zu erschaffenden Mehrwert möglichst hoch zu halten. So werden die Arbeitstage verlängert (die Lohnkosten bleiben dabei relativ gleich hoch bzw. niedrig) und die konkrete Arbeit wird außerdem intensiviert. Dadurch verlieren vielen ihren Arbeitsplatz. Andere Arbeitnehmer*innen werden durch die Intensivierung der Arbeit und die Verlängerung des Arbeitstages krank. (*)
Wir Kommunist*innen erlauben uns ebenfalls eine Frage zu stellen, nämlich: Wer schafft den Reichtum? Die Arbeitnehmer*innen schaffen den Reichtum für die Wirtschaft! Merken sie sich das einmal, Frau Hartinger-Klein!
(Es könnte im Übrigen auch einmal sein, dass sich die Arbeitnehmer*innen dazu entscheiden, diesen Reichtum für die Unternehmer einmal nicht mehr erarbeiten zu wollen...)

Gerda Pastyrik

*Siehe dazu "Lohn, Preis und Profit", "das kommunistische Manifest" und "das Kapital" von Karl Marx.