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Pädagogische Hochschule meets Bundesheer

Bildung Was für ein doofes, verharmlosendes Foto in der TT: Angehende Lehrerinnen salutieren brav vor FPÖ- Oberst Tilg,- wie sichs beim Heer eben gehört. Gehts noch? Das sollte allerdings ein Gag sein (noch vor dem 1. April). Ein fünfteiliger Workshop fand im letzten WS mit Inhalt Disziplin als Lehrveranstaltung an der pädagogischen Hochschule statt. Aber nicht blinder Gehorsam sollte vermittelt werden (was denn sonst?), sondern was man eben so lernt beim Bund.
"In der Schule wie beim Bundesheer braucht man Disziplin. Und um diese einzufordern, braucht man Autoritätspersonen, die authentisch und ihrer Sache sicher sind", meint eine Kursteilnehmerin. Die Studis und die Frau Prof, die den Scheiß initiiert haben, sind sich sicher, dass die Drill-Tipps vom Bundesheer hilfreich sind. ReformpädagogInnen würden sich im Grab umdrehen, wenn sie erführen, dass zukünftige LehrerInnen Hand in Hand mit dem Heer, das ja bekannterweise andre Ziele verfolgt, zusammenarbeiten. Befehl und Gehorsam.
HAAAB ACHT!
Ein Armutszeugnis für die heutige Schulpädagogik. Die Ziele beinhalten die Verteidigung der Demokratie. Interessant. Vor wem? Mit oder ohne Waffen? "Disziplin ist wahrscheinlich die zentrale Eigenschaft erfolgreicher Menschen", meint Erziehungswissenschafterin Heis. Riecht alles stark nach Sarrazin & Co und zieht gruselig den Rücken runter. Wies ausschaut, haben die zukünftigen LehrerInnen richtig Schiss, den Kids nicht Herr/Frau zu werden. Mehr noch, es soll Ruhe und Ordnung herrschen. Noch mehr stillsitzen, noch mehr duckmäusern, um erst den LehrerInnen, später den Arbeitgeberkapitalisten, den Mächtigen in der Gesellschaft dienen zu können ohne aufzumucken. Warum nicht endlich mal laut hinausschreien, was mensch so oft in der Schulzeit (gedacht hat) denkt: LECKTS MICH ALLE, IHR SCHURIGLER UND MAßREGLER. (We don't need no education....)
Bleibt zu hoffen, dass SchülerInnen unter den zukünftigen HeereslehrerInnen unbeschadet und ohne größere Rückgratverkrümmung ihr Schulziel erreichen.

Sylvia Dürr