Willkommen bei KPÖ Tirol 

Coronisierte Welt

Standpunkte Der französische Regierungschef Macron redet zu Unrecht von einem Krieg gegen Corona. Kriege sind menschengemacht. Soldaten hauen sich aus verschiedensten Gründen und auf Befehl die Köpfe ein.  Alles vermeidbar, wenn der Mensch klug wäre und sich verweigern würde. Macron führt genug Kriege. Diesmal allerdings bezieht er sich auf die Pandemie, die schlicht und ergreifend  aufgrund unsres globalisierten Wirtschaftssystems entstanden ist. Die Corona- Eindämmung und Stabilisierung der Lage ist das Gebot der Stunde. Und siehe da, plötzlich ist der Flugverkehr fast gänzlich eingestellt worden und nur noch ein Minimum an Autos tummeln sich auf den Straßen. Welch ein Labsal an Ruhe und guter Luft, die wir nicht mehr für möglich gehalten haben. Auch hat man das Gefühl, dass die Frühlingsluft klarer und sauberer ist. Dieser Ausnahmezustand der Idylle ohne Flugzeugmikrofeinstaub und sonstigem Lärm und Dreck sollte man nicht nur in diesen Tagen, sondern eigentlich immer genießen können, auch außerhalb des Wohnzimmers und jenseits kleiner böser Viecher. Der deutsche Virologe Kekulé von der Berliner Charité meint, dass Ausgangsverbote aus der Sicht von Epidemiologen kein Argument und zudem falsch und kontraproduktiv sind. Man soll unbedingt zwei Meter Abstand halten, und in der frischen Luft steckt man sich nicht so leicht an wie in geschlossenen Räumen, zB im Supermarkt, wenn Drängler hinter einem stehen. Das Spazieren gehen, joggen, Tischtennis spielen etc beugt auch dem Lagerkoller vor. Außerdem verblödet der Mensch durch stundenlanges Glotzen, Datteln und Chatten, und wird durch ständiges Aufeinandersitzen latent aggressiv oder lethargisch. Mehr Scheidungen sollen die Folge sein. Andererseits kann man sich nun ausgiebig mit seinen Kindern beschäftigen. Der meist abwesende Vater ist greifbar. Wie wärs mit dem Spiel: Sich gegenseitig mit Clopapier einwickeln. Wer stellt die schönste Mumie dar?  Oder man holt endlich den halb vergessenen Schmöker mit subtiler Staubschicht hervor, um entspannt zu lesen. (Die Pest von Camus!) Wir haben auch die Zeit und Chance, unser Dasein kritisch zu hinterfragen, und die Mechanismen, die uns im Hamsterlaufrad halten.(Haha, von daher stammt scheinbar das HAMSTERN?!) Wir kommen ohne Ablenkung, aber mit Muße dazu, zu kontemplieren und nachzudenken,- und sollten dies partout nicht nur denjenigen überlassen, die scheinbar über uns stehen und für uns entscheiden, ob das Nachher wie das Vorher aussieht und alles so weitergeht, wie bisher, diese windigen Machthaber an politischen und wirtschaftlichen Schaltstellen. Türkisgrün will ohne mit der Wimper zu zucken, die Wirtschaft mit zig Milliarden stützen, kleine, aber auch die ganz großen Unternehmen, die sich schon die Finger lecken und Schlange stehen, ohne 2 Meter Abstand. Kündigungen und Kurzarbeit sind die Folge. Die betroffenen Menschen könnten jetzt durch Bewusstwerdung das gesellschaftliche, vergesellschaftete Ruder endlich in die Hand nehmen. Nutzen wir diese große Chance zu einer positiven Veränderung. Für unseren Planeten ist unsre Krise eine Wohltat. Hoffen wir, dass wir ohne größere gesundheitliche Blessuren davon kommen. Vielleicht wirds ja an Weihnachten viele Christkindlein geben.
Sylvia Dürr