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Die Büchse der Pandora

Standpunkte Die Büchse der Pandora/
Die Büchse des Corona

Kennst du das Land, wo die Verbote blühen?
Wo erneut ohrenbetäubende, sinnfreie Regatten am Innsbrucker Himmel stattfinden.
Wo man diesbezüglich nichts dazu gelernt hat. Das wars mit der Ruhe.
Wo man ohne Mundschutz nicht ins Lokal gehen darf. Raus aber schon.
Wo bald unter absurden Bedingungen die Freibäder geöffnet werden und man Glück haben muss, dass man überhaupt reinkommt.
Wo KundInnen und alle MitarbeiterInnen in öffentlichen Räumen immer noch den ganzen Tag Masken tragen müssen, obwohl dies höchst unangenehm ist und der Sinn angezweifelt werden kann.
Wo Rumänninnen im Billiglohnsektor für die inländische Altenbetreuung hergekarrt werden und sich die Vermittler eine goldene Nase verdienen.
Wo ErntehelferInnen aus dem Osten als moderne SklavInnen hier mitarbeiten "dürfen", obwohl es genügend Arbeitskräfte gäbe.
Wo an den Grenzen Willkür herrscht und der Grenzpolizist seine Macht ausüben kann, wie es ihm gerade in den Sinn kommt.
Wo in Ischgl weiter ausgebaut wird, als wäre dort nichts geschehen. Piefke Saga Fortsetzung lässt grüßen!
Wo ein Lehrer als Gesundheitsminister das Volk mit Verordnungen überzieht, die schon an eine Hirnkrise erinnern, denn es ist weithin bekannt, dass die Ansteckungsrate, (Replikationswert R) weit unter 1 gesunken ist.
Wo im Kleinwalsertal die fahnenschwenkende Begeisterung für den Bundeskanzler so groß war, dass es plötzlich keine Distanzregelungen mehr gab und PolitikerkollegInnen sich beschwert haben, dass das nun gar nicht gehe. Entweder alle oder keiner. Offenbar ist dort noch niemand tot umgefallen.
Wo es bei 8,9 Millionen EinwohnerInnen ganze 641 Corona Tote zu beklagen sind und man trotzdem immer noch Angst schürt.
Wo die Regierung befürchtet hat, dass das Gesundheitssystem kollabiert, dies aber zum Glück nicht eingetroffen ist, trotz Privatisierungen, Einsparungen im Gesundheitsbereich und mangelnden, unterbezahlten Pflegekräften.
Wo die HelferInnen beklatscht, aber deren Gehälter nicht erhöht werden.
Wo man es verboten hat, Besuche in Altenheimen auch mit Schutzmaßnahmen, abzustatten.
Wo Schulkinder im Pausenhof Maske tragen müssen, obwohl das Virus kaum in der frischen Luft herumschwirrt.
Wo man sie wochenlang auf Home office schooling getrimmt hat und viele einfach hinten runter vom Schulschirm gefallen sind.
Wo der Bundespräsident sich erlaubt, nach der Sperrstunde um 23:00 mit Gattin im Gasthaus fröhlich zu sitzen, obwohl dies strengstens untersagt ist, denn Corona Viren sind nicht erst ab der Geisterstunde richtig gefährlich. Huhu!
Wo es gleichzeitig ein Vermummungsverbot und ein Maulkorbgebot gibt.
Wo man den Menschen nicht zutraut, dass sie mittlerweile genug sensibilisiert sind, um auf sich selbst aufzupassen.
Wo man die Menschen nicht zum Denken erzieht, sondern zum Gehorsam.
Wo unlogischer Blödsinn und Petzereien wie Sumpfblüten gedeihen.
Wo Grüne in der Regierung walten und es zulassen, dass KünstlerInnen am Hungertuch nagen. Das war eher ein shootdown denn ein shutdown.
Wo es unter einem grünen Vizekanzler möglich ist, den strikten Anweisungen der ÖVP, ohne wenn und aber, Folge zu leisten, keine unbegleiteten Kinder und Frauen aus Flüchtlingskonzentrationslagern aufzunehmen. Die FPÖ könnte das nicht besser managen.
Wo die Regierungsmenschen und ihre Lobbyisten keinen müden Gedanken daran verschwenden, dass die Krise auch eine einmalige Chance in sich birgt für einen Systemwechsel, weg von Brenner- und sonstigen Autokarawanen, gegen Globalisierung und ungefesseltem Profit- und Konsumdenken, hin zum steten Klimaschutz und sinnvollem Dasein. Nicht nur für die Besserverdienenden, sondern für alle! Aber das hieße eine grundsätzliche Abkehr vom Kapitalismus. Da geht eher ein Corona Virus auf einem Babyelefanten durchs Nadelöhr, als dass unsre sauberen SystemerhalterInnen daran was ändern wollten. Man will weiterwurschteln wie bisher?!
Dann gute Nacht Österreich.
Willkommen in Absurdistan.

Sylvia Dürr