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Brief eines besorgten Bürgers mit sozialer Ader

PressespiegelWolfgang Sinz, Menschenrechts-, Tierrechts- und Umweltaktivist und unabhängiger Kandidat der Liste KPÖplus hat an die Mitglieder des Innsbrucker Gemeinderats einen Brief geschrieben, den wir an dieser Stelle gerne veröffentlichen:

Sehr geehrte Mitglieder des Innsbrucker Gemeinderats!

Laut der Tagesordnung (Punkt 7.c) für die morgige Gemeinderatssitzung wird SCHON WIEDER?!? über ein Nächtigungsverbot abgestimmt.

Ich habe gehört, dass es sich dabei wie beim letzten Mal in erster Linie um obdachlose Bürgerinnen und Bürger in der Altstadt bzw. Innenstadt handelt.

Ich wollte daher von Ihnen allen wissen, ob es für alle Menschen, die in Innsbruck an Wohnungsnot leiden müssen, eine menschenwürdige Versorgung gewährleistet ist, sprich: niemand mehr gezwungen ist, auf der Straße/unter der Brücke/im Park/in der Sillschlucht/etc. zu übernachten.

Erst dann kann man als verantwortungsvoller Mensch in einem christlich-demokratisch geprägtem Land so einem Nächtigungsverbot zustimmen.

Sollte das nicht der Fall sein, und dieser Verdacht besteht derzeit, werden alle, die einem solchen Nächtigungsverbot zustimmen, ihren eigenen Werten nicht gerecht.
Viel mehr noch:
als demokratisch gewählte Verteter_innen einer Landeshauptstadt wäre es fahrlässig und unwürdig, die vom Volk verliehene Macht dafür auszunutzen, um die sozial und politisch schwächsten Menschen noch weiter an den Rand der Gesellschaft und der Stadt zu drängen.

Ich möchte meine Ausführungen mit einem Appell und einem Angebot abschließen.
Solange es keine hundertprozentige Sicherheit gibt, dass alle obdachlosen Bürgerinnen und Bürger vernünftig versorgt sind, bitte ich Sie, diesen Punkt auf der Tagesordnung zu verschieben bzw. gegen ein Verbot zu stimmen.
Verbote haben wir in unserer Stadt ja eh nicht so wenige.

Mein Angebot an alle Mitglieder des Gemeinderats in Innsbruck ist, sofort einen Bürger_innenbeteiligungsprozess zu starten, um schlussendlich die Obdachlosigkeit in Innsbruck zu beenden!
Wenn man die Ressourcen der Stadt klug einsetzt, wie z. B. die 2000 - 3000 leerstehenden Wohnungen, kann dieses Ziel effizient und zügig erreicht werden, also noch vor den kommenden Gemeinderatswahlen.

Ich bin mir auch sicher, dass das nicht nur von den engagierten Vereinen, sondern auch von großen Teilen der Innsbrucker Bevölkerung, als großartiges wertvolles Ziel angesehen wird.
Und ich bin mir sicher, dass zur Zielerreichung ein verhältnismäßig kleiner finanzieller Aufwand nötig ist und in keinem Vergleich zu Patscherkofelbahn, Haus der Musik, Regionalbahn, neue Stadtbibliothek und anderen Großprojekten der aktuellen Stadtregierung steht.
Mein Gefühl sagt mir sogar, dass die Bevölkerung für ein Ende der Obdachlosigkeit sogar einen Zuwachs auf dem aktuell erheblichen Schuldenberg goutiert.

Wenn auch Sie bereit sind und sich ein Innsbruck ohne Obdachlose vorstellen können, stehe ich für eine Projektzusammenarbeit gerne zur Verfügung.

Vielen Dank und alles Gute!

herzliche Grüße

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