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Hausarbeit ist Arbeit!

Pressespiegel Umfragen zufolge streben nicht wenige junge Frauen den Status einer
Hausfrau an. Vielleicht sehen sie ihre Mütter, deren Leben sie als
zwischen Familie, Beruf und verschiedensten Aufgaben als aufreibend,
mühsam und durchaus nicht empfehlenswert erlebten, und dass sie nie
aufhörten, dies als ihre Kindheit beeinträchtigend zu empfinden, die
sie ihr nie verzeihen konnten. Hausfrauen sorgen sich nicht nur für sich selbst. Die meisten
Hausfrauen waschen nicht nur ihre eigenen Kleider und beseitigen nicht
nur ihr eigene Unordnung. Viel mehr sorgen sie für die Kleidung und
Ordnung ihre Kinder und die ihres Mannes Die verschiedenen Aufgaben sind
zu einem Ganzen geworden. Wenn eine Frau der Kinder wegen doch zu Hause
bleiben muss, scheint es logisch, dass sie neben ihrer eigenen
Verpflegung und die der Kinder auch die ihres Mannes regelt.

Man sagt, dass Hausfrauen nicht arbeiten. Das "nicht arbeiten" nimmt
aber viel Zeit in Anspruch. Aus allen Untersuchungen, die über die
Arbeitswoche von Hausfrauen gemacht worden sind. geht hervor, dass die
durchschnittliche Arbeitswoche von Hausfrauen selten unter 50 Stunden
liegen und das für Frauen mit mehreren kleinen Kindern zu Hause eine
Arbeitswoche von 100 Stunden nicht ungewöhnlich ist. Natürlich ist es
schwer, genau die Grenzen zu ziehen zwischen dem, was wir Arbeit nennen
und was nicht. Eines der bestimmenden Merkmale der Hausfrauenarbeit nun
gerade, dass die Grenzen zwischen Freizeit und Arbeit so verschwommen
ist. Ist das Kochen Entspannung oder Arbeit? Entspannung scheint diese
Tätigkeit bei den diversen Fernsehköchen zu sein, aber die brauchen auch
nicht nebenbei aufpassen, dass der Dreijährige nicht den Suppentopf vom
Herd reißt, das Baby rechtzeitig sein Fläschchen erhält und die
Achtjährige die Hausaufgabe perfekt hinkriegt.

Sicher hat sich durch den technischen Fortschritt auch die Arbeit im
Haus, bzw. der Wohnung erleichtert. Doch es sind auch die Ansprüche
gewachsen. aber eines ist gleich geblieben: Hausfrauen sind nie mit
ihrer Arbeit fertig. Man könnte sagen, dass man erst sieht, was
Hausfrauen tun, wenn sie es nicht tun, wenn sich die schmutzigen Tassen
ind der Küche gestapelt haben, die saubere Kleidung schmutzig ist, keine
Milch im Kühlschrank steht und der Katzentrog anfängt zu stinken.

Das zur Hausfrauenarbeit. Diese bleibt einem Großteil der Frauen in
unserer Gesellschaft trotz Berufstätigkeit nicht erspart, auch wenn sich
manche gutbetuchte Männer, wie kürzlich in der T.T. ausgerechnet zum
Internationalen Frauentag, darüber erregen, dass ihrer Meinung nach die Frauen
längst schon eine privilegierte Stellung errungen hätten.
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Rosmarie Thueminger