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Innsbruck ist und bleibt ein Provinznest

Pressespiegel Ende November hat die Stadt Innsbruck und namentlich die Bürgermeisterin Oppitz-Plörer deutlich gemacht, dass sie Rechtsextreme nicht haben will und ihnen keinen Raum geben will. Das war ein positives Zeichen.
Dass im Rahmen von "Innsbruck liest" diesmal der Roman "Herr Groll im Schatten der Karawanken", ein Buch von Erwin Riess, einem konsequenten Kritiker der Kärntner Verhältnisse, kostenlos unter die Leute gebracht wurde, ein weiteres.
Umso mehr muss die Tatsache, dass sich Innsbruck, das am 30.11. "nein" gesagt hat zu Faschismus und Rechtsextremismus, von einer unheiligen Allianz aus FPÖ und Tourismusindustrie treiben lässt und ein sektorales Alkoholverbot beschließt, schockieren.
Dass ausgerechnet die FPÖ, die sich im Milieu von bierseligen Stammtischen am wohlsten fühlt, ein Alkoholverbot beantragt, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Folglich ist das Verbot auch nicht konsequent. Denn die Gaststätten sind ausgenommen. So kann mensch dann sich in den Gastgärten in der Maria-Theresien-Straße vollsaufen, während man gleichzeitig zusehen kann, wie andere, die ihr Bier aus der Dose bei der Annasäule trinken, des Platzes verwiesen werden.
Alkoholverbote können durchaus sinnvoll sein: Im Verkehr. Und es gibt sogar Regionen, in denen es striktes Alkoholverbote gibt: Bei den Zapatistas in Chiapas. Aber da gilt das für alle.
Aber dieses Alkoholverbot entbehrt jeder sachlichen Rechtfertigung. Denn wer sagt, dass diejenigen, die sich ihren Rausch in einer Gaststätte angetrunken haben, weniger Vandalismus betreiben würden. Wer sagt, dass diese für Passant_innen weniger "bedrohlich" oder lästig sind als diejenigen, die aus einem Bierkeller an die frische Luft gelangen?
Es geht wieder einmal um das "Stadtbild" und um Leute, die dort angeblich nicht hineinpassen. Genau so wie Bettler_innen, Tierschützer_innen und andere, die auf Postkarten wohl eher selten abgebildet werden.
Traurig aber wahr: Die Bürgermeisterin bekommt für diesen Schritt Applaus von "unzensuriert", einem rechtsextremen Internetportal.
http://www.unzensuriert.at/content/00...kies-dicht

Hier kommt die Tourismuslobby ins Spiel, die hier in der Form von Rudi Federspiel im Gemeinderat sitzt und an der sich die Bürgermeisterin leider nicht vorbeitraut. Dass dieser auch noch stramm rechts ist, sei nur nebenbei erwähnt.

Vor einigen Jahren wollte die Stadt ihr Image mit dem Slogan "Innsbruck ist Weltstadt" aufpolieren. Das gilt leider nur für die Wohnkosten. Ansonsten ist und bleibt es ein Provinznest. Dafür sorgen schon Federspiel und Co.

Roland Steixner