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Pflegefachberufe haben eine zentrale Rolle im Gesundheitsversorgungssystem

Sozial Aus Anlass der Landtagwahlen am 28. April 2013 wendete sich auch der Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes (ÖGKV) und als an die KPÖ
Experten zufolge fehlen im Jahr 2020 in der EU bis zu 600.000 Pflegefachkräfte. Welche Maßnahmen planen Sie, um dem sich bereits heute abzeichnenden Pflegepersonalmangel adäquat zu begegnen? Angesichts der Tatsache, dass zunehmend geburtenschwache Jahrgänge das erwerbsfähige Alter erreichen: Wie können künftig junge Menschen für Pflegefachberufe gewonnen werden?

Das Problem hat mehrere Wurzeln. Einerseits führen die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung des Pflegedienstes oft zum Arbeitsplatzflucht in andere Branchen und andererseits sind die Zugangsbedingungen zu Ausbildungsplätzen, bzw. zur Ausbildung oft nicht leistbar. Zwei Beispiele aus Tirol dazu:
Ein arbeitsloser Jugendlicher (22) will sich zum Pflegehelfer ausbilden lassen. Die Pflegestiftung schreibt allerdings ein Mindestalter von 23 Jahren vor. Er kann sich zwar ausbilden lassen, bekommt allerdings dann 13 Monate kein lang Arbeitslosengeld oder andere finanzielle Unterstützung.
Eine alleinerziehende Pflegehelferin will eine Weiterbildung zur Dipl. Krankenpflegerin machen, scheitert aber ebenfalls an der finanziellen Situation während der Ausbildungszeit.
Daher, es müssen vorrangig genügend Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt werden. Zusätzlich müssen die Rahmenbedingungen so verändert werden, dass allen Ausbildungswilligen der Zugang ermöglicht wird. Pflege ist im Wandel. Sowohl die Professionalisierung als auch die Akademisierung der Pflege hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Wie kann die gestiegene Fachkompetenz des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege besser in den Versorgungssystemen des Landes genutzt werden?

Die gestiegene Fachkompetenz und der gestiegene Arbeitsaufwand für das Pflegepersonal bedarf auch bessere Arbeitsbedingungen, durch kürzere Arbeitszeiten und eine bessere Bezahlung ihrer gesellschaftlich wichtigen Arbeit. Daher Arbeitszeitverkürzung bei vollem Gehalts- und Personalausgleich!

Derzeit ist der Pflegebereich als zahlenmäßig größte Gruppe der Gesundheitsberufe nicht in der Tiroler Gesundheitsplattform vertreten. Werden Sie Pflegefachpersonen bei pflegerelevanten Themen künftig stärker in Entscheidungsprozesse einbinden?

Ja, das ist unbedingt notwendig

Wie werden Sie Pflegefachpersonen in die Entwicklung der Gesundheitsreform – konkret bei der Umsetzung „ambulant vor stationär“ – einbinden?

Bei der Einstufung zum Pflegegeld ist es dringend notwendig, dass das Einstufungsgespräch nicht nur von Ärzten, sondern auch von gleichberechtigten Pflegefachpersonen geführt wird, und somit der Pflegebedarf an den tatsächlichen Aufwand herangeführt wird.
Außerdem ist die Wertigkeit des Pflegeberuf aufzuwerten. Es geht nicht an, dass den Ländern bei der Subventionierung der Pflegedienste oft sogar die KV-Erhöhung egal ist.
Damit würden die Arbeitsbedingungen und die Attraktivität der Hauskrankenpflege stark verbessert.