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Rede von Thomas Hörl bei der Anti-Strache-Kundgebung

PressespiegelAm 21.09. fand in Innsbruck nicht nur eine FPÖ-Wahlveranstaltung mit HC-Strache statt, sondern auch eine Gegenkundgebung, zu der ein buntes Bündnis spontan aufgerufen hat. Thomas Hörl, Spitzenkandidat des Wahlkreises 7C (Unterland) hat bei dieser Kundgebung gesprochen. Zum Glück liegt uns die Rede auch in schriftlicher Form vor:

Ich möchte diese Kundgebung mit einem Zitat beginnen: Es gibt drei Dinge, die sich nicht vereinen lassen: Intelligenz, Anständigkeit und Nationalsozialismus. Man kann intelligent und Nazi sein. Dann ist man nicht anständig. Man kann anständig und Nazi sein. Dann ist man nicht intelligent. Und man kann anständig und intelligent sein. Dann ist man kein Nazi. Deswegen sind wir heute hier. Dies ist ein Aufschrei der Anständigen.
Wir stehen heute hier versammelt, gegen Hass, gegen Hetze und nicht als Vertreter und Vertreterinnen der Parteien und Vereine, sondern für ein wichtigeres, übergeordnetes Ziel: Hass darf niemals stärker sein als unsere Vielfalt, als unser Zusammenhalt und als unser aller Streben nach einer besseren Welt!
Hörst du, Heinz-Christian! Dein hasserfülltes Programm lehnen wir ab! Deine Hetze wollen wir nicht! Innsbruck will, dass du dich verpisst und uns mit deiner angstmachenden Politik in Ruhe lässt. Wir wollen deine Freiheit und deine Freiheitlichen nicht, wir lassen uns nicht das Blaue vom Himmel herunter versprechen. Denn was ist deine Freiheit schon? Du willst nicht, dass wir frei sind. Du willst uns trennen! Gegeneinander ausspielen. Eine Welt der Egos! Doch eine Gesellschaft braucht dieses Ego nicht. Wir brauchen Zusammenhalt und nicht das Ich des Rechtsextremismus. Wir lassen uns von dir nicht trennen.
Ich weiß, Heinz- Christian, was du willst. Du willst, dass wir Angst haben: Angst vor den Migrantinnen, Angst vor den Schwulen und Lesben, Angst vor den Andersdenkenden, Angst vor Kultur und Kunst. Kurz gesagt: Angst vor Menschen, die nicht deinem beschränkten, verengten, kurzsichtigen Weltbild entsprechen.
Sei dir bewusst: Wir lassen uns nicht einschüchtern wie deine Wähler und Wählerinnen, die einem leidtun müssen. Die große Politik hat diese Menschen fallen lassen und jetzt meinen sie: Ich muss denen da oben einen Denkzettel verpassen. Ich bin nur ein kleiner Mann – Strache ist daher mein Mann. Viele sagen: Nur die dümmsten Kälber wählen ihren Schlächter selber.
Und es stimmt: Kommt Strache, kommt das das Ende des Sozialstaates, kommt Strache, kommt das Ende der Solidarität, kommt Strache, gibt es keine Gesellschaft mehr. Kommt Strache, ziehen weitere Rechtsextreme, Deutschnationale und Nazis ins Parlament ein.
Und was wollen uns diese weismachen?
Bei den Geflüchteten sagen sie: Warum bekommen die Hilfe und nicht die armen, österreichischen Obdachlosen?
Bei denen ohne Obdach schreien: Warum beantragen sie keine Hilfe und keine Mindestsicherung?
Bei MindestsicherungsbezieherInnen beklagen sie: Warum gehen die faulen Schweine nicht arbeiten?
Aber eigentlich verachten sie alle, die Hilfe brauchen, weil sie keinen Funken in sich tragen! Keinen Funken Solidarität. Keinen Funken Anstand. Keinen Funken Respekt. Mein Respekt allerdings für dich, Heinz-Christian, ist auch schon lange vorbei.
"Respekt" (von lateinisch "respectus": Zurückschauen, Rücksicht) bezeichnet eine Form der Achtung und Ehrerbietung gegenüber einer anderen Person, ihren Handlungen oder Überzeugungen. Keine Frage: Für aufgeklärte Zeitgenossen ist es eine pure Selbstverständlichkeit, Menschen als Menschen wertzuschätzen. Doch gilt dies auch für alle Überzeugungen, die Menschen an den Tag legen? Ganz gewiss nicht. 
Wie etwa könnten wir aus einer aufklärerischen Perspektive heraus Glaubensüberzeugungen respektieren, die noch immer – im 21. Jahrhundert! – gegen Schwule, gegen Ausländer, gegen Andersdenkende, gegen Frauen agitieren?
Nein, hinter solchem Respekt verbirgt sich meist bloß Ignoranz beziehungsweise Feigheit, die sprichwörtlich geworden ist: Der Klügere gibt nach – was der Dummheit schon häufig zum Sieg verholfen hat.
Strache und seine kriminelle Vereinigung dürfen daher nicht siegen. Diese Macht dürfen wir ihm nicht geben. Nicht heute. Nicht hier. Niemals. Wir sind hier! Wir sind laut, weil Strache uns die Zukunft klaut!

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