Willkommen bei KPÖ Tirol 

Die unendliche (MPreis)Geschichte

Verkehr u. Umwelt An die MPreis-Geschäftsleitung.

Wie ich zu meinem Erstaunen festgestellt habe, kauft das Mpreis-
Unternehmen tatsächlich Äpfel und Bohnen aus fernen Ländern ein, obwohl
jetzt hier Bohnensaison ist. Auch Äpfel bekommt man bekanntlich aus
Österreich. Warum in die Ferne schweifen und den armen Schluckern in
Afrika ihre Nahrung wegfuttern, wenn die guten heimischen Produkte so
nahe liegen. Auch stößt mir der Spargel und die Erdbeeren in der
Vorweihnachtszeit jedes Mal sauer auf.

Muss denn Ihr Unternehmen, das sich für Nachhaltigkeit stark macht, mit
den unglaublichsten Produkten aus der sogenannten 3. Welt zu jeder
Jahreszeit JEDEN Kunden befriedigen? Wie steht es mit Ihrer Warenethik?
Gibts die überhaupt oder überschattet das MPreis- Profitstreben jegliche
Moral?
Etliche Ihrer KundInnen wollen keine Waren, die erst eine irrwitzige
Kilometerstrecke mit anachronistischem CO2- Ausstoß hinter sich lassen
müssen, um ins Tiroler Land zu gelangen.

Mit freundlichen Grüßen
Mag. Sylvia Dürr, Innsbruck
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Sehr geehrte Frau Mag. Dürr,

danke für die Anregung.

Sie haben recht, die Sortimentszusammenstellung in puncto Frischeprodukte
aus Übersee und Österreich muss sorgfältiger überdacht werden.

Bohnen aus Kenia um diese Jahreszeit müssen nicht sein. Es ist natürlich
nicht immer ganz einfach bzw. schwierig abzuschätzen, welche Produkte man
wann führt.

Seit Montag sind grüne Bohnen aus Tirol in unseren Märkten verfügbar.

Die Äpfel aus Österreich, die Sie derzeit in unseren Märkten finden,
stammen aus alter Ernte. Die ersten Frühäpfel aus Österreich (Sorte
Summerred) sind ab der 1. bzw. 2. August-Woche erhältlich.

Wenn Sie Zeit haben, hätte ich gerne kurz mit Ihnen telefonisch über
dieses Thema gesprochen.

Ich danke Ihnen für Ihren Hinweis und sende sonnige Grüße aus Völs
Anton Mölk


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Sehr geehrter Herr Mölk!

Bezugnehmend auf unseren Briefwechsel siehe unten vom Juli letzten Jahres müssen wir leider feststellen, dass sich nicht viel verändert hat: es gibt sie immer noch, die armen Böhnchen aus Kenia. Hinzu gekommen sind gar Trauben aus Indien (sonst ja aus Südafrika?!), obwohl Sie versichert haben, dass dies NICHT SEIN MUSS?! Wie sollen wir das nun verstehen? Sie als MPreis-Chef könnten doch ein Zeichen setzen und diesem Unfug ENDLICH mal ein ENDE bereiten?
Ganz abgesehen davon, dass neuerdings auch (nicht nur) frische Salate in Plastik verpackt werden.
Schöne neue (Plastik-) Welt.

Mit freundlichen Grüßen
Mag. Sylvia Dürr, Initiative für vernünftigen Konsum


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Sehr geehrte Frau Mag. Dürr,

vielen Dank für die neuerliche Kontaktaufnahme und Ihre offenen Worte.

Gerne beantworte ich Ihre Fragen betreffend Herkunft Bohnen und Trauben.

Wir möchten mit unseren regionalen Partnern ganzjährig zusammenarbeiten. Leider ist dies aufgrund saisonaler Erntezeiten oder mangelnder mengenmäßiger Verfügbarkeit nicht immer möglich. Aus diesem Grund wird während der Nichtverfügbarkeit von Regionalen Produkten Ware nach vorgegeben Qualitätskriterien zugekauft. Wie in Ihrem Fall - grüne Bohnen aus Kenia oder Trauben aus Indien.

Wir sind stets bemüht ein ausgewogenes (Obst und Gemüse) Sortiment mit optimalem Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten.

Ist Obst und Gemüse aus der Alpenregion oder Österreich in ausreichender Menge erhältlich, so hat dieses immer Vorrang gegenüber ausländischen Produkten!

Kunden möchten Produkte auch außerhalb saisonaler Erntezeiten konsumieren. Auch bei Mitbewerbern finden Sie aus diesem Grund Produkte aus Übersee. Letztendlich entscheidet immer der Konsument selbst.

Generell: Mehr als 60 Obst- & Gemüse-Bauern aus Tirol versorgen derzeit die MPREIS-Märkte. Seit Jahren fördert MPREIS die kleinstrukturierte Tiroler Landwirtschaft. Durch die kurzen Transportwege ist Gemüse aus der Region konkurrenzlos frisch und enthält viele Vitamine. In den Sommermonaten stammt fast das gesamte Gemüseangebot von regionalen Lieferanten.

Generell erhalten Sie bei MPREIS:

- Über 500 Bio-Produkte
- Über 2.000 Produkte aus der Alpenregion von mehr als 200 regionalen Lieferanten
- Durch die Unterstützung von über 600 Biobauern in Kooperation mit Bio Alpin fördert MPREIS die Entwicklung des biologischen Landbaus in
Tirol

Kunden haben somit die Wahl, ob sie heimische oder ausländische Ware kaufen.

Bitte erlauben Sie mir folgendes anzumerken: Wir sind ein wirtschaftlich agierendes Unternehmen, welches sich auch der sozialen Verantwortung gegenüber seinen über 5.000 Mitarbeitern bewusst ist. Wir können Kunden nicht vorschreiben welche Produkte sie bevorzugen.

Was wir allerdings können, ist Kunden Alternativen zu bieten - wie z.B. Produkte aus regionalem, fairen oder biologischen Anbau, was MPREIS seit jeher ehrlich lebt.

Natürlich ist uns der eigene Bedarf an Lebensmittel in den Exportländern bewusst. Für diese Länder ist aber auch der Export von Waren und Handelsgütern überlebenswichtig und daher zwingend erforderlich. Die Bevölkerung in manchen Gebieten Afrikas ist auf die Agrarproduktion angewiesen, da keine bzw. kaum Industrie ansässig ist.

Würden wir ausschließlich regionales und saisonales Obst und Gemüse anbieten, würden Sie z.B. keine Bananen, Kiwi, Ananas, Mangos, Ingwer uvm. in unseren O&G Regalen finden.

Anbei erlaube ich mir Ihnen unseren Saisonkalender für Obst und Gemüse zur Übersicht zu senden.

Betreffend dem Punkt Verpackung: Bei vielen Obst- und Gemüsesorten ist es so, dass die Verpackung die Haltbarkeit des Lebensmittels extrem verlängert bzw. als Schutz dient und auch der Hygiene Rechnung trägt.

Frau Mag. Dürr, ich hoffe, mit meiner Ausführung konnte ich so manchen Sachverhalt klären.

Wir danken nochmals für Ihr Engagement und freuen uns auf Ihren nächsten Besuch!

Es grüßt Sie herzlich aus Völs

Martha Klotz