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Ja zu Ausbau des gemeinnützigen Wohnbau, Nein zur Ausgliederung von Aufgaben der öffentlichen Hand

Wahlen Roland Steixner beantwortet die Fragen der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Tirol und Vorarlberg
Entstanden sind die ZiviltechnikerInnen im Zuge einer wirtschaftlichen Staatsverwaltungsreform vor 150 Jahren. Es wurden Ziviltechnikerinnen zur Entlastung der Verwaltung herangezogen, ohne dabei ein Staatsorgan zu sein. Um Verwaltungskosten zu reduzieren können auch heute ZiviltechnikerInnen Aufgaben der öffentlichen Hand übernehmen. Würden Sie auch Leistungen an die ZiviltechnikerInnen auslagern?
Nein. Wir stehen einer Auslagerung von Aufgaben der öffentlichen Hand grundsätzlich ablehnend gegenüber.

Wie stehen Sie zum Begriff „Baukultur schafft Lebensqualität“ siehe plattform baukultur und welche Maßnahmen zur Umsetzung qualitativ hochwertiger Baumaßnahmen wollen Sie setzen?
Ich kann dieser Aussage nur zustimmen und finde auch die homepage der plattform baukultur hochinteressant. Die KPÖ strebt insgesamt den Ausbau des gemeinnützigen Wohnbaus an. Dieser sollte eine hohe Wohnqualität bieten, energieeffizient sein, so veranlagt sein, dass der Kontakt und Zusammenhalt der BewohnerInnen untereinander gefördert wird (z.B. Durch Gemeinschaftliche Räume, gemeinsame Gärten etc.).
Wie sehen Sie die zukünftige bauliche Entwicklung im Land Tirol? Förderung der Verdichtung im Inntal, Bebauung und Erschließung von Naturräumen im Konträren zur Beibehaltung der unter Schutz gestellten Naturräume etc. ?
Eine Verdichtung im Inntal ist eindeutig. der bessere Weg, um dem wachsenden Wohnungsbedarf Rechnung zu tragen. Die Wege von den Wohngebieten in die Arbeit müssen so kurz wie möglich gehalten werden. Das bringt den Menschen Zeitersparnis und ist auch in verkehrs- und umweltpolitischer Hinsicht sinnvoll. Die Erschließung von Naturräumen ist dagegen zu vermeiden.

Wie stehen Sie zum Durchzugsverkehr und den Ausbauplänen des Straßennetzes?
Der Ausbau des Straßennetzes bringt in erster Linie eine Steigerung des Verkehrsaufkommens mit sich. Die KPÖ setzt dagegen auf den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und eine Senkung der Tarife. Grundsätzlich befürwortet die KPÖ eine Freifahrt, die mit einer Nahverkehrsabgabe und/oder einer Besteuerung des Transits zu finanzieren wäre.

Wie stehen Sie zu dem vor Kurzem beschlossenen Gestaltungsbeirat des Landes Tirol?
Grundsätzlich ist das Vorhaben der Ortskernvitalisierung zu begrüßen. Wie schon gesagt: Eine Verdichtung der bereits bebauten Gebiete ist dem Neubau in noch unbebautem Gebiet eindeutig vorzuziehen. Welchen Effekt der Gestaltungsbeirat in Zukunft hat, wird noch abzuwarten sein.

Der Tiroler Landesumweltanwalt ist weisungsgebunden, in allen anderen Bundesländern ist dies nicht der Fall – wie stehen Sie zu dieser Situation? Würden Sie dem Landesumweltanwalt bei Landesverfahren in der 1. Instanz ein Beschwerderecht einräumen?
Die Weisungsgebundenheit der Landesumweltanwaltschaft ist abzuschaffen. Es ist sehr wichtig, dass die Überprüfung der Umweltverträglichkeit von Bauvorhaben nicht von Interessen beeinträchtigt wird, die nichts mit dem Umweltschutz zu tun haben. In der Landesregierung haben schließlich Wirtschaftsbund und Landwirtschaftskammer maßgebliches Gewicht. Über diese können dann Baumagnaten und Liftkaiser Einfluss nehmen. Ein Beschwerderecht der Landesumweltanwaltschaft in erster Instanz wäre auf jeden Fall zu begrüßen.

Wie stehen Sie zur Richtlinie zur Durchführung von baukünstlerischen Wettbewerben in der Wohnbauförderung?
Prinzipiell ist es sinnvoll, wenn die Gewährung von Wohnbauförderung für Bauvorhaben an gewisse Kriterien gebunden ist. Um diese bestmöglich zu erfüllen, können baukünstlerische Wettbewerbe sinnvoll sein. Wichtig ist allerdings dass die Bewertung der Planung und die Vergabe von Bauaufträgen transparent erfolgt.
Es wäre allerdings zu begrüßen wenn die Kriterien für die Gewährung der Wohnbauförderung stärker darauf ausgelegt ist, möglichst viel Wohnraum zu schaffen. Dieser sollte dann gleichzeitig qualitativ hochwertig und umweltschonend sein und dennoch leistbar.

Wie stehen Sie zu Wettbewerbsverfahren im Allgemeinen und zu Architekturwettbewerben im Besonderen?
Es ist prinzipell positiv wenn unter verschiedenen Vorschlägen der beste ausgewählt wird. Aber wichtig ist dabei, dass die Kriterien für die Auftragsvergabe klar sind und die Vergabe transparent ist.

Wie stehen Sie zur Forderung, die „Frauenquote“ in Fachjurys und geladenen (Architektur-) Wettbewerben zu forcieren, und welche konkreten Schritte werden Sie in dieser Frage setzen?
Es ist wichtig, dass in der Fachjury auch Frauen vertreten sind. Außerdem sollen die Betroffenen d.h. die künftigen BewohnerInnen auch ein Wort mitzureden haben. Es ist wichtig, dass sichergestellt wird, dass so gebaut wird, dass die zeitgemäße Befriedigung des Wohnbedürfnisses der Menschen gewährleistet wird. Zu begrüßen ist auch, dass auch bei der Vergabe von Bauaufträgen auch Architektinnen vermehrt zum Zug kommen. Die KPÖ kann im Übrigen darauf verweisen, dass mit Margerete Schütte-Lihotzky eine profilierte Architektin in ihren Reihen gehabt zu haben, die aufgrund der „Frankfurter Küche“ bekannt war.

Wie stehen Sie zum Energiegewinnungsausbau, Wasserkraft, Solar- und Windenergie?
Die Wasserkraft hat den negativen Aspekt, dass sie zur Verbauung und Aufstauung von Gewässern führt. Solarenergie ist in Tirol, das vor allem im Oberland viele Sonnenstunden aufzuweisen hat, sicherlich die beste Energiegewinnungsmöglichkeit.