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Verdrängen und Abschieben

Standpunkte von Roland Steixner
Die jüngsten "Erfolge" der Polizei sind wieder Wasser auf den Mühlen derer, es immer schon gewusst haben wollen, dass die Nordafrikaner und das "sonstige Asylanteng'sindel" nur "zum Stehlen und zum Schmarotzen" im Lande seien. Außerdem - so heißt es - schmuggeln und verkaufen sie Drogen. Allerdings sind sie damit offenbar sehr erfolgreich. Denn irgendjemand muss das Zeug ja kaufen. Bei den jüngsten "Schlagen gegen die Drogenszene" wurden jedenfalls über 40kg Cannabisharz und Marihuana sowie rund 25000 Euro Bargeld beschlagnahmt. Gerade im Bereich der Cannabisprodukte grassiert der Schwarzmarkt. Eigentlich müsste den Verantwortlichen in der Regierung schon längst klar sein, dass das Verbot von Cannabis schon längst beseitigt gehört, um wenigstens den Polizei- und JustizbeamtInnen Zeit und Mühe zu ersparen, die sie besser in die Aufdeckung diverser Korruptionsaffären stecken sollte. Denn solange Alkohol als Droge legal ist, ist nicht zu argumentieren, warum Cannabis verboten sein sollte. Grundsätzlich sollten wir uns vielmehr fragen, warum in unserer Gesellschaft ganz allgemein das Suchtverhalten grassiert. Ein nicht unbeträchtlicher Anteil der Bevölkerung hält den täglichen Alltag nicht mehr aus und muss sich in eine Scheinwelt flüchten. Die Gründe dafür sind nicht nur in der persönlichen und psychischen Verfasstheit der Betroffenen zu suchen, sondern sind auch gesellschaftlich bestimmt.

Am Ende steht dann wieder die Forderung "kriminelle Dealer abschieben". Könnten wir uns doch immer so einfach eines Problems entledigen! Was ist mit den einheimischen Drogendealern? Kann Mi-Lei da auch noch was mit der marokkanischen Botschaft ausverhandeln, damit die auch abgeschoben werden können? Und können wir die ganzen Drogensüchtigen dann auch abschieben?

So wie viele Menschen Tatsachen, die sie nicht wahrhaben wollen, verdrängen, um sich mit ihnen nicht auseinandersetzen zu müssen, so handeln auch Österreich und die EU: Was nicht passt, wird abgeschoben!

Gelöst werden aber auf diese Weise Probleme bestimmt nicht.

Roland Steixner ist KPÖ-Spitzenkandidat bei der Tiroler Landtagswahl