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Wohnraum ist knapp, weil es die Politik es so will

Wohnen(Leserbrief zum tt-Artikel vom 27.08.2017: „Junge fallen aus dem Markt für Wohnungseigentum“)

All die in diesem Artikel beschriebenen Tatsachen sind sattsam bekannt. Die Politik vermeidet es seit Jahrzehnten, an den wesentlichen Stellschrauben zu drehen. Die Einführung von klaren und verbindlichen Mietobergrenzen für alle Wohnungen wäre längst überfällig, würde den überhitzten Immobilienmarkt abkühlen und in der Folge auch kommunalen Wohnbau billiger machen.

Die Rezepte, die die Sozialdemokratie im Roten Wien der Zwischenkriegszeit angewandt hat, wären auch heute effizient und dazu noch kostensparend. Leider scheint auch in der SPÖ sich keiner mehr an diese Rezepte zu erinnern. Zu groß ist das Vertrauen in den freien Markt.

Doch die Wohnungsfrage ist immer mehr auch eine Generationenfrage. Jüngere Menschen sind von der Wohnungsnot besonders stark betroffen. Denn während ältere Generationen entweder über Wohnungseigentum verfügen, in Sozialwohnungen leben oder günstige Altmietverträge haben, ist das Problem für die jüngeren Leute gravierend. Sie sind von diesen Zuständen besonders betroffen. Die Politik interessiert sich für die Bedürfnisse dieser Bevölkerungsgruppe und betrachtet es nicht wirklich als ihre Aufgabe, sich für deren Menschenrecht auf Wohnen stark zu machen. Diese Gruppe wird als irrelevant für etwaige Wahlerfolge erachtet und daher buchstäblich links liegen gelassen.

Es wäre eigentlich dringend nötig, dass etwa die Stadt Innsbruck und das Land Tirol sich für ein soziales Mietrecht einsetzen und kommunalen und günstigen Wohnbau auf die Tagesordnung Priorität einräumen, anstatt der Bevölkerung Sand in die Augen zu streuen und mit leeren olympischen Versprechungen zu ködern. Apropos: Olympia brachte Vancouver keine Entspannung des Wohnungsmarkts, sondern eine Verdreifachung der Obdachlosenzahlen.

Roland Steixner

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