Willkommen bei KPÖ Tirol 

Standpunkte

Mutantenstadel

Standpunkte Wer den Wortspenden des Präsidenten der Tiroler Wirtschaftskammer Christoph Walser zuhörte, wähnte sich im falschen Film. Drohgebärden auf den Bund, Schimpftiraden gegen das Gesundheitsministerium. In dasselbe Horn blies in sozialpartnerschaftlicher Manier auch der AK-Präsident Erwin Zangerl, der im Falle einer Abriegelung den ganzen Impfstoff für Tirol. Wohlgemerkt dann auch den Astrazeneca-Impfstoff, der gegen die Südafrika-Mutante, die sich in Tirol gerade breit macht, nicht ausreichend wirkt. Gerade wurde das Impfprogramm mit diesem Impfstoff in Südafrika soeben eingestellt. Auch der Landeshauptmann glänzt mit markigen Worten. Offenkundig haben einige die Tragweite der aktuellen Lage nicht einmal im Ansatz begriffen.

Das Impfchaos

Standpunkte Das Impfchaos ist ein Beleg dafür, dass Privatwirtschaft und Versorgung der Bevölkerung zwei völlig verschiedene Ziele sind: Klar ist mittlerweile, dass der vordem angepeilte Impfplan, der dafür sorgen sollte, dass die Menschen in den Alten- und Pflegeheimen sowie die Risikogruppen zuerst Ende Jänner und dann immer später geimpft werden sollten, nicht in Erfüllung gegangen ist

Zero Covid statt Dauerlockdown!

Standpunkte Vor wenigen Tagen wurde ein Aufruf gestartet, der binnen kurzer Zeit eine Anzahl von über 70 000 Unterstützer*innen um sich geschart hat. Bemerkenswert ist hierbei die Forderung und die Perspektive, die die Umsetzung dieser Forderung bietet: Die Ermöglichung von Freiheiten, auf die wir seit Monaten verzichten mussten, und ein Ende der Kontaktbeschränkungen. In Neuseeland etwa können wieder Konzerte stattfinden, obwohl Sucharit Bhakdi dort nicht das Gesundheitsministerium übernommen hat. Oder vielleicht gerade deswegen?

Corona zum Dritten

Standpunkte Ein erneuter Lockdown ist über uns hereingebrochen trotz gleichbleibender, leicht schwankender Infektionszahlen, Massentests und baldiger Impfmöglichkeiten für alle. Der Profisport darf weiter laufen. Auch wurden die Skigebiete geöffnet. Wir sind ja eine Skination! Aber die kleinen Sportanlagen bleiben zu. Weiterhin kein Kaffee- und Kulturgenuss. Kinos sind seit Monaten geschlossen. Nun die neueste Idee nach Freitesten-Debakel. Das Simsalabim Zauberwort nennt sich Zugangstesten. "Coming in" nach "Coming out". Nur Menschen mit Test sollen in Gastros und Theater Zutritt haben. Wer übt hierfür die Kontrolle aus? Selbsternannte Sheriffs, die endlich ihre Mitbürger schurigeln und ihnen einen gelben Stern verpassen können? Das ist starker Tobak und soll verstehen, wer will. Leider ist der Mensch mit einem Großhirn gesegnet. Auch Corona Nichtleugner und Nichtverschwörungstheoretiker tun sich schwer mit Unlogik und Sinnlosigkeit. Man hat das Gefühl, dass die PolitikerInnen sehen wollen, wie weit sie gehen können, nicht nur in Österreich. Ob sie den von ihnen erlassenen, unzähligen Anordnungen noch folgen können, ist zu bezweifeln. Der Innsbrucker Uniklinik Direktor sieht eine gewisse Verzweiflung der Politik in der diffusen, "quer durch den Gemüsegarten"- Testerei. Aber dann ist man "frei". Leider für nur extrem kurze Zeit. Man weiß ja nie, wann und wo Corona zuschlägt...
Man kann sichs ja denken, aber trotzdem wäre es auch interessant zu erfahren,  nach welchem Prinzip die staatlichen Unterstützungen gehandhabt werden, wer was wieviel bekommt. Wo sind da die Leaks? Wer deckt auf, wohin die Kohle fließt? Wenn soviel locker gemacht wird, warum dann nicht auch gleich für ein bedingungsloses Grundeinkommen für Menschen in prekären Situationen?  Leider wird eingespart werden, zB an den Kliniken, an der Uni und anderen sinnvollen Einrichtungen. Sowas kann man sich nur fröhlich aufm Clo ausdenken. Jetzt der Hammer aus England: Nach Brexit nun Covid neu Exit. Das ganze Land befindet sich in Quarantäne wegen einer Covid Mutation. Trotzdem sind  vor Kurzem neun Flüge aus England in Innsbruck gelandet.  Im Corona- Zickzackkurs Ischgl-England und umgekehrt?  Auch das noch! Man ist die ständige Corona- Nachrichten- Berieselung leid und  kommt sich vor wie im Virus-Irrenhaus,  und sie wirkt zudem wie ein Sedativum, sprich ein Alptraumschlafmittel. Da kann man neidvoll auf Bären und Igel blicken, die dem Winterschlaf frönen und unbekümmert im Frühling mit neuem Elan ihre Lebensgeister aktivieren.  Zu erhoffen wäre dies auch für die Gattung Mensch.

Sylvia Dürr

Religiöser Terror- damals und heute

Standpunkte Jede Tötung eines Menschen ist zu verachten, sei es durch einen Terroranschlag, sei es aber auch durch legitimierte Aktionen wie  in Kriegen. In Ländern wie Afghanistan, Syrien, Irak, Mali etc herrschen seit Jahren kriegsähnliche Zustände,  mit Zutun und Einmischung  imperialistischer Länder. Das prägt und radikalisiert. Der kapitalistische Westen ist in den Augen vieler Islamisten dekadent, oberflächlich und hegemonistisch (was nicht von der Hand zu weisen ist). Weiters kommt hinzu, dass die Einstellung des IS einige Jahrhunderte hinterher hinkt. Eine fatale Zeitverschiebung. Heutzutage islamistischer Terror im Namen Allahs, damals im Namen Gottes Hexenverbrennungen und Kreuzzüge. Wie sich der Fanatismus ähnelt. Der Hass auf Andersgläubige und Andersdenkende bleibt derselbe. Der Schuss des jungen Wiener Angreifers ging nicht nur nach vorne, sondern auch nach hinten los. Schon rührt sich rechtes Gedankengut und sinnt auf Vergeltung. Xenophobie feiert wohl auch hierzulande fröhliche Urständ.  Das kommt auch der Regierung gerade recht. Sie kann weiterhin vehement und strikt gegen die Aufnahme von Menschen aus Flüchtlingszentren sein. Aber Mensch bleibt Mensch, egal wo. Und Menschlichkeit bleibt auf der Strecke... 
Sylvia Dürr

Porcopolis, Tönnies & Co

Standpunkte Was es nicht alles gibt im wundersamen Europa. Auf griechischen Inseln werden Flüchtlingsmenschen auf engstem Raum eingepfercht und wie Vieh behandelt. Aber das tangiert kaum unsere PolitikerInnen. Was unter Türkisblau fröhliche Urständ gefeiert hat, wird ohne großes Aufmucken von Türkisgrün fortgesetzt und 0 werden hier aufgenommen. Dagegen sind trotz Corona Seuche ErntehelferInnen aus dem Osten hergekarrt worden, um uns im Frühling und Sommer mit Vitaminen zu versorgen. Mitten im Abflauen der Viruskrise kommt nun der große Knaller aus Deutschland. Ein Megafleischfabrikant hat es doch zu weit getrieben. In seiner Fließbandfabrik sind mehr als 1400 ArbeiterInnen an Corona erkrankt. So ein entlarvendes Pech aber auch. Was hierbei aufgedeckt worden ist, lässt sogar dem braven Bürger das Blut in den Adern gefrieren, und nicht nur den Schweinen dort, die zack zack zack abgemurkst, aufgehängt und zerteilt werden. Mehr als 25 000 am Tag. Eine monströse Zahl. In den Hallen ist es schön kühl und man steht dicht an dicht ohne Schutzvorkehrungen. Ein Leckerbissen für den furchteinflößenden Virus. Man erfährt nebenbei, wie diese Mannen gehaust haben. Teilweise haben sich mehrere Arbeitssklaven eine Matratze geteilt, dank der unterschiedlichen Schichtzeiten. 7 auf einen Streich, dh in einem Zimmer. Die schlauen Vermieter haben sich an ihnen eine goldene Nase verdient. Der Clou an der Geschichte: das Schweinesystem hat hervorragend funktioniert mit Werkverträgen und Subunternehmen. Gewusst wie. Der clevere Oberkapitalist  hat den damaligen SPD Minister  Gabriel als Berater für einen Haufen Kohle in seinen blutigen Hallen empfangen, ist Intimus einer stattlichen Politikerriege und last but not least Sponsor von Schalke 04. Klar ist so ein Erfolgsmensch auch unter den100 reichsten Deutschen. Aber nun wird er wie ein heißer Erdapfel fallen gelassen. Schuld daran ist nicht der Bossa Nova, sondern Corona. Das war auch den Wohlmeinendsten des Guten zuviel. Ein Auge zudrücken ist gang und gäbe in unsren Schmiergeldstaaten, aber völlig blind die Schuld bei den rumänischen ArbeiterInnen suchen, dann doch nicht. Und alle starren nun ängstlich auf das AMA- und sonstige Gütesiegel und fragen sich, ob das Virus sich wohl auch auf dem leckeren Saufleisch halten kann. Und das Schnitzel muss halt bitte billig bleiben. Dafür sorgen zum fragwürdigen Glück auch heute noch Aldi, Hofer, Lidl usw und auch MPreis dafür. Die absolut inhumane Ausbeutung der ArbeiterInnen ist nebensächlich und wird langsam aber sicher vergessen. Das ist eben so, meint man schulterzuckend. Als wären das Menschen zweiter Klasse. Dazu passt auch, dass Minister Anschober jetzt schnell die hiesigen Prekaristen, nämlich Asylwerber und Leiharbeiter, durchtesten lassen will. Kein Wort davon, das ganze Schweinesystem infrage zu stellen, geschweige denn zu verändern, das überhaupt so ein menschenverachtendes Prekariat ermöglicht. Dh, die Arbeitsbedingungen bleiben dieselben. Vielleicht wird hier und da ein wenig geschönt, aber im Grunde wird dieses System beibehalten. Dasselbe gilt für diejenigen, die geholfen haben, die sogenannten HeldInnen des Alltags. Sie wurden vollmundig gelobt und werden nun kleinlaut vergessen. Denn das ist die Crux: die heilige Kuh namens Kapitalismus mit ihren Auswüchsen wird nicht angetastet und darf weiter getrost profitorientiert für einige Wenige weiterwurschteln, ohne auszubluten. Und die blöden Politikercharaktermasken sind willfährige Handlanger. Und das für bissl Macht und Geld. Muss das schön sein. Kapitalismus und Schweinerei sind eine gute Ehegemeinschaft. Aber was Menschlichkeit nicht schafft, schafft vielleicht doch dieses winzige Ding....

Sylvia Dürr

Irrungen, Wirrungen und Verschwörungsmythen im Zusammenhang mit der aktuellen Pandemie

Standpunkte Immer mehr Menschen machen ihrem Unmut über die Maßnahmen der Regierung gegen Covid-19 Luft. Zum einen hat sich herausgestellt, dass das Vorgehen der Regierung alles andere als rechtlich sauber war und dass weder eine Ausgangsperre noch ein Besuchsverbot bestanden hatten und auch nicht bestehen konnten. Die Regierung blamiert sich mit der Art der Durchführung der Maßnahmen. Kurz kann die Einhaltung des Distanzgebots offenbar sogar in der engsten Gefolgschaft kaum mehr durchsetzen.

Die Büchse der Pandora

Standpunkte Die Büchse der Pandora/
Die Büchse des Corona

Kennst du das Land, wo die Verbote blühen?
Wo erneut ohrenbetäubende, sinnfreie Regatten am Innsbrucker Himmel stattfinden.
Wo man diesbezüglich nichts dazu gelernt hat. Das wars mit der Ruhe.
Wo man ohne Mundschutz nicht ins Lokal gehen darf. Raus aber schon.
Wo bald unter absurden Bedingungen die Freibäder geöffnet werden und man Glück haben muss, dass man überhaupt reinkommt.
Wo KundInnen und alle MitarbeiterInnen in öffentlichen Räumen immer noch den ganzen Tag Masken tragen müssen, obwohl dies höchst unangenehm ist und der Sinn angezweifelt werden kann.
Wo Rumänninnen im Billiglohnsektor für die inländische Altenbetreuung hergekarrt werden und sich die Vermittler eine goldene Nase verdienen.
Wo ErntehelferInnen aus dem Osten als moderne SklavInnen hier mitarbeiten "dürfen", obwohl es genügend Arbeitskräfte gäbe.
Wo an den Grenzen Willkür herrscht und der Grenzpolizist seine Macht ausüben kann, wie es ihm gerade in den Sinn kommt.
Wo in Ischgl weiter ausgebaut wird, als wäre dort nichts geschehen. Piefke Saga Fortsetzung lässt grüßen!
Wo ein Lehrer als Gesundheitsminister das Volk mit Verordnungen überzieht, die schon an eine Hirnkrise erinnern, denn es ist weithin bekannt, dass die Ansteckungsrate, (Replikationswert R) weit unter 1 gesunken ist.
Wo im Kleinwalsertal die fahnenschwenkende Begeisterung für den Bundeskanzler so groß war, dass es plötzlich keine Distanzregelungen mehr gab und PolitikerkollegInnen sich beschwert haben, dass das nun gar nicht gehe. Entweder alle oder keiner. Offenbar ist dort noch niemand tot umgefallen.
Wo es bei 8,9 Millionen EinwohnerInnen ganze 641 Corona Tote zu beklagen sind und man trotzdem immer noch Angst schürt.
Wo die Regierung befürchtet hat, dass das Gesundheitssystem kollabiert, dies aber zum Glück nicht eingetroffen ist, trotz Privatisierungen, Einsparungen im Gesundheitsbereich und mangelnden, unterbezahlten Pflegekräften.
Wo die HelferInnen beklatscht, aber deren Gehälter nicht erhöht werden.
Wo man es verboten hat, Besuche in Altenheimen auch mit Schutzmaßnahmen, abzustatten.
Wo Schulkinder im Pausenhof Maske tragen müssen, obwohl das Virus kaum in der frischen Luft herumschwirrt.
Wo man sie wochenlang auf Home office schooling getrimmt hat und viele einfach hinten runter vom Schulschirm gefallen sind.
Wo der Bundespräsident sich erlaubt, nach der Sperrstunde um 23:00 mit Gattin im Gasthaus fröhlich zu sitzen, obwohl dies strengstens untersagt ist, denn Corona Viren sind nicht erst ab der Geisterstunde richtig gefährlich. Huhu!
Wo es gleichzeitig ein Vermummungsverbot und ein Maulkorbgebot gibt.
Wo man den Menschen nicht zutraut, dass sie mittlerweile genug sensibilisiert sind, um auf sich selbst aufzupassen.
Wo man die Menschen nicht zum Denken erzieht, sondern zum Gehorsam.
Wo unlogischer Blödsinn und Petzereien wie Sumpfblüten gedeihen.
Wo Grüne in der Regierung walten und es zulassen, dass KünstlerInnen am Hungertuch nagen. Das war eher ein shootdown denn ein shutdown.
Wo es unter einem grünen Vizekanzler möglich ist, den strikten Anweisungen der ÖVP, ohne wenn und aber, Folge zu leisten, keine unbegleiteten Kinder und Frauen aus Flüchtlingskonzentrationslagern aufzunehmen. Die FPÖ könnte das nicht besser managen.
Wo die Regierungsmenschen und ihre Lobbyisten keinen müden Gedanken daran verschwenden, dass die Krise auch eine einmalige Chance in sich birgt für einen Systemwechsel, weg von Brenner- und sonstigen Autokarawanen, gegen Globalisierung und ungefesseltem Profit- und Konsumdenken, hin zum steten Klimaschutz und sinnvollem Dasein. Nicht nur für die Besserverdienenden, sondern für alle! Aber das hieße eine grundsätzliche Abkehr vom Kapitalismus. Da geht eher ein Corona Virus auf einem Babyelefanten durchs Nadelöhr, als dass unsre sauberen SystemerhalterInnen daran was ändern wollten. Man will weiterwurschteln wie bisher?!
Dann gute Nacht Österreich.
Willkommen in Absurdistan.

Sylvia Dürr

Grundlegendes zur Corona-Krise

Standpunkte Die Corona-Pandemie hat die mediale Berichterstattung fest im Griff. Täglich werden nicht nur die Zahlen der Neuinfektionen, Genesenen und Gestorbenen in Österreich aktualisiert, sondern weltweit.

Zum Weltgesundheitstag 2020

Standpunkte Diesmal fällt der alljährliche Weltgesundheitstag in eine Zeit, in der das Thema "Gesundheit" so breit diskutiert wie selten je zuvor. Während der Corona-Krise rückt die Ausrüstung von Krankenhäusern an Intensivbetten und Beatmungsgeräten, Schutzmasken und Schutzkleidung in den Vordergrund.