Willkommen bei KPÖ Tirol Montag, 25. Oktober 2021 @ 11:30

Resolution „Lange Nacht des Tanzes“ ausfallen lassen

  • Sonntag, 19. April 2015 @ 09:36
Kommunal Die Förderung für Tanz 41 fand im Gemeinderat auf Initiative der Sozialdemokrat_innen keine Mehrheit. Es ging um einen Betrag von 15.000 Euro, der für das Jahr 2015 hätte gewährt werden sollen.Weniger dramatisch gesehen werden dafür die Gesamtkosten des Pseudo-Events zugunsten einer zusätzlichen langen Einkaufsnacht. Auch wenn die gewährten Gelder aufgrund des Aussteigens der Tanzszene von 50.000 Euro auf 20.000 Euro gekürzt wurden, ist das noch immer viel Geld für eine Veranstaltung die eigentlich nichts anderes ist als eine Einkaufsnacht. Während die Innenstadtkaufleute zu denen gehören, die am lautesten nach einem Bettelverbot schreien und sich nicht daran stören, dass ein solches Verbot das (hoffentlich noch) verfassungsmäßig garantierte Grundrecht auf Meinungsfreiheit verletzt, sind sie selbst sehr gut darin, die Hand aufzuhalten, wenn es um Subventionen geht. Werden die Gelder dafür gekürzt, dann nicht bei ihnen sondern beim notwendigen „Beiwerksübel“ um überhaupt eine lange „Konsumrauschnacht“ zum Abzocken der Tourist_innen durchführen zu können. Einheimische sind natürlich nicht unbedingt Zielpublikum, da sich diese österreichweit bereits am letzten Platz der Kaufkraft befinden und sich daher die kostenintensiven Innenstadtgeschäfte oft nicht leisten können.

Verständlicherweise ist der freien Tanzszene die Lust vergangen, an der „Langen Nacht des Tanzes“ kostenlos mitzuwirken. Denn es ist auch kaum einzusehen, warum sich die Tänzer_innen kostenlos einem Spektakel zur Verfügung stellen sollen, das lediglich dazu dient, den Innenstadtkaufleuten Geld in die Taschen zu spülen. Zudem ist zu befürchten, dass die Geschäftsleute wieder die genehmigten Ladenöffnungszeiten überziehen, weil sich gutes Geld damit machen lässt, wenn die Kundschaft durch Musik und Tanz bei Laune gehalten wird.

Die (pseudo)eventbezogenen „Lange Einkaufsnächte“ sind für uns verzichtbare Kommerzspektakel. Wir begrüßen daher die Entscheidung der freien Tanzszene, die „Lange Nacht des Tanzes“ zu boykottieren und fordern die Stadtregierung auf die Zusage zur langen Einkaufsnacht zurück zu nehmen. Mit dem frei gewordenen Geld könnte sinnvolleres geschehen, wie etwa die Förderung der Tanz und Kulturszene.