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100 Tage Krieg

  • Sonntag, 12. Juni 2022 @ 16:56
Frieden 100 Tage Krieg sind 100 Tage zuviel. 100 Milliarden an Aufrüstung bekommt die deutsche Bundeswehr. Das zahlen SteuerzahlerInnen, die vielleicht eher diese Investition in eine intakte Umwelt und preiswerteren Lebensmitteln sehen würden. Militärexperten bezweifeln schon, dass diese Summe zu gering sei. Es wird in dieser merkwürdigen Zeitenwende nach Bomben und Granaten gelechzt und gehechelt, um dem bösen Kriegsgeheul aus dem Osten Gleichwertiges entgegenzusetzen. Wirrkopf Boris hat im Frühjahr 2021 15 Kriegsschiffe ins schwarze Meer schicken lassen (in weiser Voraussicht?) und nun kommen 6000 Raketen und weitere Waffen aus England hinzu. Klar wird das von den westlichen Regierungsscharfmachern unterstützt. Immerhin lässt die französische Regierung einen Rundbrief mit Fragebogen an Europa los, um zu erfahren, ob die freiwilligen Söldner dem rechten Spektrum zuzuordnen sind. Diese Schergen kommen jetzt ganz legal an Waffen ran, unter friedlichen Zeiten kaum zu bewerkstelligen, zumindest in Europa. Außerdem ist es schwer nachvollziehbar, warum in einem Kriegsgebiet das Töten obligatorisch ist, aber ein paar Kilometer weiter jenseits der Landesgrenze, Mord unter Strafe gestellt wird. Komplett irrational, aber die ewige Logik der Staatsgebilde. Dies wird erfolgreich den Untertanen eingebläut. Klappt auch meist ganz gut. (Zum Glück nicht bei Allen!)
"Soldaten sind Mörder!" Dieser Satz stammt von einem gewissen Herrn namens Kurt Tucholsky und wurde 1932 vom Redakteur der Weltbühne und Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky veröffentlicht. Dieser bekam für sein pazifistisches Engagement seine Quittung und kam im KZ um. Nun will die Plattform "wehrhaftes Österreich" zurück zur Übungspflicht für Milizsolaten neben einer personellen und finanziellen Aufstockung.
Hat eigentlich jemand die SoldatInnen gefragt, die hüben und drüben aufeinander schießen, WARUM sie dazu verpflichtet sind? Und ihre Familien, die sie begraben müssen?

Vorschlag zum schönsten Wort des Jahres 2022: DESERTEUR.

Sylvia Dürr