Ausnahme für Sportstätten wäre gefundenes Fressen für Immo-Spekulanten


Ausnahme für Sportstätten wäre gefundenes Fressen für Immo-Spekulanten
Pressestelle - Tirol
14. Juli 2026
Wir lehnen die vom Land Tirol angedachte Ausnahmeprüfung für Sportstätten im Freizeitwohnsitz-Gesetz entschieden ab. Hintergrund ist der Fall des Turnerheims „Friesen“ am Höttinger Bild, das von der Stadt Innsbruck als Freizeitwohnsitz eingestuft wurde und nun 1.150 Euro Abgabe pro Jahr zahlen muss.
„Was der Vereinsobmann als unzumutbare Härte darstellt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als lächerliche Bagatelle“, sagt Pia Tomedi. „Bei 300 Vereinsmitgliedern beliefe sich die Abgabe auf gerade einmal 3,80 Euro pro Kopf – dafür, dass der Verein auf einem Millionen-Grundstück in absoluter Exklusivlage sitzt, das heute niemand mehr bebauen dürfte.“ Besonders brisant für Tomedi: „Der Verein selbst räumt ein, das Gebäude auch an andere Vereine zu vermieten. Es handelt sich also keineswegs um eine reine gemeinnützige Sportstätte, sondern um ein Objekt, das durchaus wirtschaftlich genutzt wird.“
Wir fordern das Land auf, von einer solchen Ausnahme Abstand zu nehmen. „Alles an dem Fall Turnerheim ist ein Beispiel dafür, dass es keine weiteren Ausnahmen für Sportstätten braucht. Wenn das jetzt trotzdem kommt, wäre das ein gefundenes Fressen für jeden Immo-Spekulanten“, warnt Tomedi. Sie befürchtet, dass damit ein neues Einfallstor für eine Regelung geschaffen wird, die bereits jetzt „nur halbherzig“ Anwendung findet.
Quellenverweis:
Max Strozzi: Land will Ausnahmen für Feriensitze überprüfen; in: Tiroler Tageszeitung vom 8. Juli 2026 (Mittwoch); Seite 17.