Automatenshops: “Eine Rechnung zu Lasten der Allgemeinheit” – KPÖ für Oberndorfer Modell


Automatenshops: “Eine Rechnung zu Lasten der Allgemeinheit” – KPÖ für Oberndorfer Modell
Pressestelle - Tirol
17. Juni 2026
Die Zahl der personalfreien 24/7-Automatenshops in Innsbruck wächst – für uns ein Geschäftsmodell mit problematischen Auswirkungen: überhöhte Preise, fehlende Jugendschutzkontrollen und kein Nutzen für die Allgemeinheit. Wir berufen uns auf Oberndorf (Salzburg), wo seit Jahresbeginn der Verkauf in Automatenshops nahe Schulen eingeschränkt ist. Ein entsprechender Gemeinderats-Antrag soll dies nun auch in Innsbruck ermöglichen.
Fünf sogenannte Automatenshops gibt es derzeit in Innsbruck: Späti Wilten (Leopoldstraße); smile24 (Rhomberg- bzw. Ursulinenpassage); E-Snack's 28 (Andreas-Hofer-Straße) und Nonstop Kiosk (Schützenstraße). Das sind personalfreie Geschäfte, die ihren Verkauf als Selbstbedienungsläden über Automaten abwickeln. Meist haben sie rund um die Uhr geöffnet. Einige dieser Shops sind speziell auf Kinder ausgelegt - was durchaus Gefahren birgt.
Sexartikel, überhöhte Preise und „Mystery Packs“
„Beim Lokalaugenschein haben wir direkt neben dem Zuckerwatte-Automaten für Kinder einen Automaten mit Erotikspielzeug, Nikotin und Wodka entdeckt“, berichtet KPÖ-Klubobfrau Pia Tomedi. „Gleiche Süßigkeiten kosten dort bis zu 295 % mehr als im Supermarkt. Besonders perfide: ‚Mystery Packs‘ gab es bar und ohne Alterskontrolle – der Inhalt blieb bis zum Öffnen verborgen.“ Tomedi betont: „Diese Mischung aus mangelnder Kontrolle, Lockangebot und Glücksspiel-Charakter ist jugendgefährdend und rechtswidrig.“ Erst vor Tagen entschied der Verwaltungsgerichtshof, dass Automatenverkauf von Alkohol unzulässig ist.(1) Für Tomedi nicht genug.
„Keine Arbeitsplätze, keine Kommunalsteuer, keine Vorteile“
„Diese Shops schaffen keine Arbeitsplätze, bringen keine Kommunalsteuer, blockieren Flächen und gefährden Kinder – eine Rechnung zu Lasten der Allgemeinheit“, so Tomedi. Sie verweist auf die Salzburger Gemeinde Oberndorf, wo der Verkauf von Süß- und Spielwaren über Automaten im Umkreis von 200 Metern um Schulen, Sportzentren und Haltestellen untersagt ist.(2) Tomedi kündigt einen Gemeinderats-Antrag an: „Das Oberndorfer Modell soll auch in Innsbruck gelten. Jugendschutz geht vor Profit.“
Quellenverweis:
- Der Standard: Verwaltungsgerichtshof kippt Verkauf von Alkohol in Automatenshops; in: Der Stadard; online: https://www.derstandard.at/story/3000000327090/verwaltungsgerichtshof-kippt-verkauf-von-alkohol-in-automatenshops, (Abrufdatum: 16.06.2026).
- Salzburg-Krone: Oberndorf bremst künftig die Automaten-Shops aus; in: Kronenzeitung; online: https://www.krone.at/4112089, (Abrufdatum: 16.06.2026).