Betrugsfall bei Wohnungssuche in Innsbruck: Stadtregierung schaut zu
Pressestelle - Tirol
23. September 2025
Der jüngste Betrugsfall, bei dem ein 19-Jähriger auf ein gefälschtes Wohnungsinserat hereinfiel und über 1.000 Euro verlor, zeigt aus unserer Sicht einmal mehr die dringende Notwendigkeit, den gesamten Wohnungsmarkt endlich wirksam zu regulieren. Bei der Innsbrucker Stadtregierung blitzte man damit bisher ab.
Bereits im Juni-Gemeinderat hatten wir einen Antrag eingebracht, der ein Transparenz- und Registrierungssystem nach italienischem Vorbild für Kurzzeitvermietungen forderte. Die Innsbrucker Stadtregierung aus JA, Grünen und SPÖ lehnte den Vorschlag damals ab. Jetzt legen wir nach: "Der jüngste Betrugsfall ist Anlass, unseren Vorschlag noch einmal zu erweitern: Wir brauchen eine lückenlose Registrierungspflicht für alle Vermietungen - nicht nur für die Kurzzeitvermietung", so KPÖ-Gemeinderätin Pia Tomedi.
"Der Wohnungsmarkt ist derzeit völlig unreguliert - das macht ihn zum Paradies für Betrüger und Spekulanten. Gleichzeitig werden Familien, die in schwierigen Situationen stecken und dringend eine Stadtwohnung brauchen, mit bürokratischen Hürden konfrontiert und müssen ihre Daten lückenlos offenlegen. Es ist nur fair und richtig, dass dieselbe strenge Handhabe auch für alle Vermieter gelten muss", so Tomedi.
Für Gemeinderätin Tomedi ist mit dem neuen Betrugsfall genau das eingetreten, was mit ihrem ursprünglichen Antrag verhindert werden sollte. "Statt wirksame Maßnahmen gegen Betrug und Steuerhinterziehung zu ergreifen, ignoriert die Stadtregierung das Problem und überlässt Wohnungssuchende ihrem Schicksal", kritisiert Tomedi. "Der aktuelle Betrugsfall zeigt, dass das Geschäft mit gefälschten Inseraten blüht. Hier wird nicht nur betrogen, hier wird auch das ohnehin schon angespannte Wohnungsmarkt-Umfeld weiter vergiftet. Die Stadtregierung schaut dabei zu."