Budget 2026: Stadt Innsbruck plant Wohnungsverkäufe - KPÖ läuft Sturm

Pressestelle - Tirol

10. November 2025

Anlässlich der Präsentation des Budgetentwurfs 2026 für die Stadt Innsbruck sind wir höchst alarmiert über die angekündigten Verkäufe von städtischen Wohnungen. Während Bürgermeister Johannes Anzengruber (JA) und Finanzausschuss-Obmann Dejan Lukovic (Grüne) von "schwer zu verwaltenden" Wohnungen sprechen, bleiben zentrale Fragen unbeantwortet. Vor dem Hintergrund, dass Innsbruck die teuersten Wohnkosten Österreichs hat, ist für uns jeder Verkauf von öffentlichem Wohnraum ein Schritt in die falsche Richtung.

"Bei der Gemeinderatssitzung im Juli hat die Stadtregierung den Verkauf von sieben Wohnungen in der Höttinger Au und neun Wohnungen in der Hunoldstraße beschlossen. Diese Wohnungen sollten im Rahmen eines "Leistbares Eigentum"-Modells veräußert werden. Handelt es sich bei den nun angekündigten zu verkaufenden Wohnungen um dieselben Objekte?", fragt KPÖ-Klubobfrau Pia Tomedi, die sich auch über die widersprüchliche Begründung wundert: "Wenn diese Wohnungen angeblich nicht ins Portfolio passen und schwer zu verwalten sind - welchen signifikanten finanziellen Ertrag kann die Stadt dann überhaupt erwarten?"

Bei einem operativen Haushaltsdefizit von 0,9 Millionen Euro und einem Schuldenstand von über 211 Millionen Euro könnten die Erlöse aus dem Verkauf dieser wenigen, vermeintlich unattraktiven Wohnungen nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein, so Tomedi.

"Was ist das wahre Motiv für diese Verkäufe?", will Tomedi wissen. "Soll das ein Testballon für weitere Privatisierungen werden? Warum optimiert die Stadt nicht lieber ihre Immobilienverwaltung, anstatt leistbaren Wohnraum zu verscherbeln?". Auch die Verschiebung von Wohnungen zwischen städtischen Gesellschaften, wie der IIG und der neuen Heimat Tirol, sehen wir kritisch. Das ändert nichts am grundsätzlichen Problem: "Die Anzahl der vollständig der Stadt gehörenden und damit direkt kontrollierbaren Wohnungen schrumpft", warnt Tomedi.

Die Aussagen der Stadtführung sind widersprüchlich und undurchsichtig. Man kann nicht einerseits behaupten, Wohnungen seien schwer zu verwalten und passten nicht ins Portfolio, und sich andererseits nennenswerte Einnahmen davon versprechen. Das geht nicht zusammen", so Tomedi.

Wir fordern die Stadtregierung deshalb auf, umgehend und lückenlos offenzulegen, welche konkreten Wohnungen zum Verkauf vorgesehen sind. Wir werden dieser Frage im Gemeinderat mit aller nötigen Beharrlichkeit nachgehen: "Innsbruck braucht mehr, nicht weniger leistbaren Wohnraum. Der Verkauf von öffentlichem Eigentum ist der falsche Weg und eine kurzsichtige Antwort auf die haushaltspolitischen Herausforderungen."

Budget 2026: Stadt Innsbruck plant Wohnungsverkäufe - KPÖ läuft Sturm | KPÖ Tirol