„Die Pizza Comunista als sozialer Kompass“: Wachsende Armut fordert politische Lösungen


„Die Pizza Comunista als sozialer Kompass“: Wachsende Armut fordert politische Lösungen
Pressestelle - Tirol
3. Februar 2026
Die "Pizza Comunista" ist eine regelmäßige, gemeinnützige Veranstaltung von uns, bei der wir kostenlos Pizza ausgeben. Immer öfter kommen auch Kinder, die für ihre Familien Pizza zum Mitnehmen abholen. Das bestätigt den Alarmruf der Caritas-Präsidentin. Für uns wird die versteckte Armut zur Aufforderung, die "Profit-Preis-Spirale" politisch zu lösen.
Wenn wir unseren monatlichen Pizza-Abend im Innsbrucker Stadtteil Pradl ausrichten, kommen bis zu 80 Menschen. Doch nicht nur die Menge der Gäste hat sich verändert, auch ihr Verhalten. „Immer häufiger kommen Kinder, schauen etwas verlegen, und sagen dann: ‚Zwei Stück zum Mitnehmen, bitte. Eins für mich, eins für meine Mama‘“, erzählt Pia Tomedi, Gemeinderätin der Innsbrucker KPÖ. Diese stillen Botengänge sind für sie ein deutliches Zeichen für eine Armut, die sich schämt und versteckt.
Die Aktion gewinnt eine neue, traurige Aktualität durch den jüngsten Vorstoß von Caritas-Präsidentin Elisabeth Rathgeb. Diese warnte am Sonntag in der Tiroler Tageszeitung davor, dass die Armut „mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen“ sei – ein Achtel der Tiroler sei armutsgefährdet. Tomedi bestätigt diese Einschätzung aus der Praxis: „Was Frau Rathgeb in der Beratung sieht, sehen wir in der Nachbarschaft. Die finanziellen Grenzen sind für viele Familien so eng geworden, dass selbst eine warme Mahlzeit am Abend nicht mehr selbstverständlich ist.“
Wir gehen aber in unserer Analyse einen Schritt weiter als die Caritas. Wir stellen die gängige Erzählung von der gefährlichen „Lohn-Preis-Spirale“ infrage. „Man darf nicht den Arbeitnehmern die Schuld an der Teuerung geben“, sagt Tomedi. Die eigentliche Dynamik ist eine „Profit-Preis-Spirale“. Gestiegene Unternehmensgewinne – vor allem in den Bereichen Energie, Lebensmitteleinzelhandel und Immobilien – sind der Haupttreiber der Preissteigerungen, nicht die Löhne, die der Inflation stets hinterherhinken.
Wir wollen unsere Angebote wie die Pizza-Abende weiter ausbauen und gleichzeitig politisch für eine gerechtere Verteilung sorgen. “Kinder, die für ihre Familien das Abendessen abholen, sind ein stiller Hilferuf, den wir als Auftrag sehen“, sagt Tomedi.