Fehlverhalten im IKB-Vorstand: KPÖ fordert Systemwechsel

Pressestelle - Tirol

23. September 2025

Die Abberufung des IKB-Vorstands bestätigt systemische Probleme der gewinnorientierten AG-Struktur. Wir fordern die Umwandlung der IKB in ein gemeinwohlorientiertes Unternehmen und volle Transparenz durch Bürgermeister Anzengruber über die neuesten Abberufungsgründe.

"Die jüngsten Vorfälle um die Abberufung des Vorstandsmitglieds der Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB), Thomas Gasser, bestätigen einmal mehr die Probleme, die mit der Rechtsform einer gewinnorientierten Aktiengesellschaft in öffentlicher Hand verbunden sind", sagt KPÖ-Gemeinderätin Pia Tomedi. "Wir begrüßen die disziplinarischen Konsequenzen - die eigentliche Ursache für derartiges Fehlverhalten liegt jedoch in der fehlgeleiteten Unternehmensphilosophie."

Wir weisen seit Langem auf die demokratiepolitisch problematische Struktur von scheinbar "öffentlichen" Unternehmen hin, die sich jeder transparenten Kontrolle entziehen. Der aktuelle Fall ist ein weiterer Beleg für die Dringlichkeit einer demokratischen und gemeinwohlorientierten Reform der Stadtwerke.

"Die IKB, wie auch die TIWAG, sind zwar mehrheitlich im Eigentum der öffentlichen Hand, agieren jedoch nach den Prinzipien einer gewinnmaximierenden AG. Diese Struktur begünstigt eine Unternehmenskultur, in der finanzieller Erfolg und persönliches Karrierestreben oft über das Gemeinwohl gestellt werden. Sie zieht tendenziell Führungspersönlichkeiten an, die in diesem System 'erfolgreich' sein wollen, und nicht jene, für die der Dienst an der Allgemeinheit im Vordergrund steht", so Tomedi.

"Wir fordern eine grundlegende Neuausrichtung der IKB", sagt Tomedi. Dazu gehören eine Umwandlung in ein gemeinwohlorientiertes Unternehmen, in dem die Daseinsvorsorge, ökologische Nachhaltigkeit und der soziale Auftrag klar im Statut verankert sind. "Das würde auch das richtige Personal nach oben tragen", ist Tomedi überzeugt. "Damit jene Mitarbeiter gefördert werden, denen das Wohl der Innsbrucker Bevölkerung am Herzen liegt und nicht das persönliche Vorwärtskommen."

Im konkreten Fall erwarten wir uns von Bürgermeister Anzengruber als Eigentümervertreter größtmögliche Transparenz und eine lückenlose Aufklärung.