Innsbruck kann von Graz lernen: Erfolgreiches Pilotprojekt mit sterilen Tigermücken


Innsbruck kann von Graz lernen: Erfolgreiches Pilotprojekt mit sterilen Tigermücken
Pressestelle - Tirol
16. April 2026
Wir fordern die Stadt Innsbruck auf, vom erfolgreichen Grazer Pilotprojekt zur Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke zu lernen, bei dem erstmals in Österreich wichtige Erfolge erzielt wurden. Während Innsbruck weiterhin allein auf Appelle zur Eigenverantwortung der Bevölkerung setzt, zeigt Graz, dass eine aktive, wissenschaftlich fundierte Bekämpfungsstrategie wirksam ist.
“Während die Stadt Innsbruck die Bevölkerung eindringlich bittet, Blumentopfuntersetzer zu leeren und Dachrinnen zu reinigen, um die Ansiedlung der Asiatischen Tigermücke zu verhindern, gibt es in Graz längst konkrete, wissenschaftlich belegte Erfolge im Kampf gegen die lästigen und potenziell krankheitsübertragenden Insekten”, sagt KPÖ-Gemeinderätin Pia Tomedi.
Sie verweist auf ein österreichweit einzigartiges Pilotprojekt, welches die steirische Landeshauptstadt im Vorjahr abgeschlossen hat. Dabei konnte nachgewiesen werden, dass es auch ohne Gift und mit gezielten, innovativen Methoden möglich ist, die Tigermückenpopulation wirksam zu reduzieren. Wir fordern daher, dass die Stadt Innsbruck umgehend prüft, wie die in Graz gewonnenen Erkenntnisse auch hier zum Einsatz kommen können.
Die Grazer Erfolgszahlen sprechen eine klare Sprache
Mit der sogenannten Sterilen-Insekten-Technik (SIT) wurden im Sommer 2025 über einen Zeitraum von sieben Wochen 804.500 sterile Tigermücken-Männchen in einem 15 Hektar großen Aktionsgebiet freigesetzt. Das Ergebnis:
- Rund 70 Prozent induzierte Sterilität bei den Eiern
- Eine signifikante Reduktion der Weibchendichte im Behandlungsgebiet
- Der Nachweis, dass die sterilen Männchen in der Natur konkurrenzfähig sind.
„Die Ergebnisse zeigen: Die SIT-Methode kann auch in dicht besiedeltem Gebiet, wie einer Stadt, wirksam sein", bestätigt der Grazer Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer (KPÖ).
Selbstverständlich sind auch in Graz die einfachen Schutzmaßnahmen – das Vermeiden von stehendem Wasser in Untersetzern, Regentonnen oder Gießkannen – weiterhin wichtig, räumt Pia Tomedi ein. Aber: „Die Bevölkerung allein mit Appellen und der Bitte um Mithilfe zu vertrösten, reicht nicht aus. Die Tigermücke ist auch in Innsbruck ein Thema, einzelne Exemplare wurden bereits nachgewiesen. Jetzt geht es darum, eine Ansiedlung zu verhindern. Dafür braucht es eine aktive, professionelle Bekämpfungsstrategie – und die liegt in Graz bereits vor.“