Job im Behindertenbeirat - Begrüßenswerte Stärkung, aber verpasste Chance für gelebte Inklusion

Pressestelle - Tirol

3. Dezember 2025

Die Besetzung der Koordinationsstelle im Behindertenbeirat ist eine vertane Chance für Inklusion. Trotz fachlicher Eignung des Kandidaten wirft die gemeinsame Parteizugehörigkeit mit Vizebürgermeisterin Elli Mayr Fragen auf. Zudem wurde die Möglichkeit verpasst, durch ein geteiltes Stellenmodell einen inklusiven Arbeitsplatz für einen Menschen mit Behinderung zu schaffen.

Zur nun publik gewordenen Vollzeit-Anstellung des SPÖ-Politikers Wolfgang Grünzweig als Koordinator des Behindertenbeirats der Stadt Innsbruck stellt Pia Tomedi, Klubobfrau der KPÖ Innsbruck, klar: "Die fachliche Eignung von Herrn Grünzweig für die Koordination des Behindertenbeirats steht für uns außer Frage. Seine langjährige Erfahrung und sein Wissen sind wertvoll für diese wichtige Aufgabe."

Tomedi sieht in der Personalie dennoch erhebliche Probleme: "Trotz der fachlichen Eignung hat die gemeinsame Parteizugehörigkeit mit der amtsführenden Vizebürgermeisterin Elli Mayr eine schiefe Optik. Dieser Eindruck wird verstärkt, das Bürgermeister Anzengruber erst kürzlich die Magistratsleitung austauschen ließ. In dieser sensiblen Phase der personellen Umstrukturierungen braucht es besondere Transparenz und Zurückhaltung, um den Anschein von Freunderlwirtschaft zu vermeiden."

Zudem finden wir, dass eine historische Chance vertan wurde: "Die größte verpasste Möglichkeit ist die fehlende Inklusion. Anstatt die Stelle nur mit einer Person zu besetzen, hätte man sie innovativ aufteilen und ein inklusives Team schaffen können. Unser Vorschlag ist ein Tandem-Modell: Ein Mensch mit Behinderung oder Lernschwierigkeiten hätte so eine echte Chance auf einen Arbeitsplatz im Rathaus bekommen - unterstützt durch die Expertise von Herrn Grünzweig. Dies wäre ein Leuchtturm-Projekt für gelebte Inklusion gewesen."

Wir fordern die Stadtregierung auf, die Umstände der Besetzung vollständig offenzulegen: "Es muss nun geklärt werden, wie die Ausschreibung erfolgt ist, und welche Auswahlverfahren angewandt wurden. Die aktuelle Situation hinterlässt offene Fragen zur Personalpolitik der Stadtregierung."

"Wir hoffen, dass aus dieser verpassten Chance gelernt wird", so Tomedi abschließend. "Für die Zukunft fordern wir inklusivere Modelle in der Personalpolitik. Unser Vorschlag einer geteilten Stelle steht im Raum und sollte bei künftigen Besetzungen ernsthaft geprüft werden. Denn von gelebter Inklusion profitieren alle: der Behindertenbeirat, die Stadt und vor allem die Menschen, die er vertritt."