KPÖ-Dokumentation belegt systematische Ausbeutung von Erntehelfern
Pressestelle - Tirol
22. September 2025
Gemeinsam mit der Gewerkschaftsinitiative Sezonieri haben wir von Juli bis September 2025 prekäre Arbeitsbedingungen in Tiroler Landwirtschaftsbetrieben dokumentiert. Die Erhebungen in Thaur, Völs und Kematen zeigen massive Verstöße gegen Arbeitsrechte und eine Verlagerung der Herkunftsländer nach Asien.
"Wir erleben derzeit einen Austausch der Arbeitskräfte", stellt Tomedi fest, "Erntehelfer aus Osteuropa wie Rumänien sind gewissermaßen aufgestiegen. Sie sind nun im Baugewerbe oder der Logistik anzutreffen. Landwirtschaftliche Betriebe weichen deshalb zunehmend auf Arbeiter aus Drittstaaten wie Vietnam oder Sri Lanka aus. Deren Aufenthaltsrecht ist an den Job gebunden – was sie erpressbar macht. Fehlende Sprachkenntnisse und Unwissen über ihre Rechte erschweren das Problem. In Thaur trafen wir eine ganze Arbeitskolonne an, die ausschließlich ihre Landessprache beherrschte - selbst mit Englisch, kamen wir nicht mehr weiter.”