Kubus als Vorschlaghammer – Anzengruber baut vor

Pressestelle - Tirol

13. Februar 2026

Dass Bürgermeister Johannes Anzengruber die Bewerbungsfrist für den „Kubus“ auf nur 14 Tage ansetzte und kein neuer Interessent gefunden wurde, ist für uns kein Zufall, sondern Strategie. Wahlkampf ist zwar keiner – aber Anzengruber baut vor.

„Wer jetzt schon die freie Kulturszene systematisch schwächt, hat die nächste Wahl fest im Blick“, sagt KPÖ-Klubobfrau Pia Tomedi. „Dass ausgerechnet der Verein ‚Reich für die Insel‘, der den Kubus bespielt, weichen muss, ist kein Betriebsunfall. Es ist ein Angriff auf ein urbanes und liberales Publikum – und zwar ein vorbereitender.“

Die Rechnung des Bürgermeisters geht auf: Wer Kulturorte schließt, die bei genau diesem Publikum verankert sind, entzieht politischen Strömungen links der Mitte langfristig den Boden. Gleichzeitig inszeniert sich Anzengruber als Wirtschaftsbürgermeister, der „unnötige“ Kulturflächen durch „echte“ Gastronomie ersetzt. „Das ist kein Zufall, das ist Machtpolitik auf Vorrat“, so Tomedi. 

Für Tomedi ist der Kubus nur ein erster Schritt. „Anzengruber führt einen Feldzug gegen alles, was nicht nach Hochglanzbroschüre riecht. Die freie Szene ist ihm ein Dorn im Auge – und ihr Publikum wählt bekanntlich nicht seine Partei. Das mag heute noch kein Wahlkampf sein. Aber es ist die Vorbereitung darauf.“

Die Frage bleibt, warum sich Grüne und SPÖ von Anzengruber derart vorführen lassen, wundert sich Tomedi. „Wer hier schweigt, macht sich mitschuldig am Ausverkauf der Stadtkultur. Und wer seinen eigenen Anspruch an öffentliche Räume nicht einmal in der Koalition verteidigen kann, hat ihn offenbar nie ernst gemeint.“