MPreis-Sponsoring statt Obdachlosenhilfe: KPÖ sieht "Alibi-Aktion" der Stadt


MPreis-Sponsoring statt Obdachlosenhilfe: KPÖ sieht "Alibi-Aktion" der Stadt
Pressestelle - Tirol
2. Oktober 2025
Wir begrüßen das aktuell laufende Forschungsprojekt "EU City Count Homelessness". Wir kritisieren jedoch die Einmischung des Lebensmittelkonzerns MPreis. Zwar ist es grundsätzlich begrüßenswert, wenn das Ausmaß der Wohnungslosigkeit erfasst wird, doch die Art und Weise, wie diese Erhebung durchgeführt wird, erweckt für uns das Bild einer PR-Aktion.
"Es ist anmaßend, wohnungslosen Menschen für ihre Teilnahme an der Befragung einen 5-Euro-Gutschein anzubieten", stellt KPÖ-Klubobfrau Pia Tomedi klar. "Diese Summe ist nicht nur eine Beleidigung angesichts ihrer prekären Lebenssituation, sondern stellt auch eine Form der Instrumentalisierung dar." Noch problematischer finden wir die Einbindung von Unternehmen wie MPreis. "Sich mit lächerlichen 300 Euro Sponsoring als sozial engagiert darzustellen, bedeutet, die Notlage von Menschen für die eigene Publicity zu missbrauchen", sagt Tomedi.
Tomedi: "In einer Stadt, die als teuerste Österreichs gilt, ist ein 5-Euro-Gutschein eine reine Symbolhandlung. Er löst keines der grundlegenden Probleme. Statt sich mit solchen Pseudo-Lösungen zu schmücken, sollte die Politik endlich die Rahmenbedingungen so ändern, dass Wohnraum in Innsbruck billiger wird."
"Die veranschlagte Gesamtsumme für die Gutscheine ist höher", weiß Tomedi. "Es stellt sich schon die Frage, ob die Gutscheine nur bei MPreis eingelöst werden können." Unserer Einschätzung nach wäre es sinnvoller, Gutscheine für Einkaufszentren wie Sillpark oder DEZ zu vergeben. "Da hätten Betroffene wenigstens eine größere Auswahl an Geschäften gehabt."