Notschlafstelle Innsbruck – „Weg des Dialogs nicht verlassen”

Pressestelle - Tirol

27. Mai 2026

Zu den Berichten der Kronenzeitung über die Zustände in der Notschlafstelle der Tiroler Sozialen Dienste (TSD) rufen wir in Erinnerung: Wir haben bereits im November vergangenen Jahres ein Treffen mit LHStv. Wohlgemuth vermittelt. Dass dieser Dialogweg nun einseitig von Seiten der Landesregierung aufgekündigt wird, ist verwunderlich, finden wir.  

Die Meldungen sind alarmierend: Übergriffe, Personalmangel und fehlende Schutzmaßnahmen belasten die Mitarbeiter der Notschlafstelle massiv.(1) „Dass acht von zehn Beschäftigten sich nun öffentlich an die Krone gewandt haben, zeigt den Ernst der Lage”, sagt Pia Tomedi, KPÖ-Landessprecherin und Gemeinderätin in Innsbruck. 

„Weg des Dialogs nicht verlassen”

Dass der bisher eingeschlagene Dialogweg offenbar nicht konsequent weiterverfolgt wird, ist besonders bedauerlich, finden wir. Wir haben uns bereits im November 2025 schriftlich dafür eingesetzt, dass eine langjährige Mitarbeiterin samt Betriebsrat bei Landeshauptmann-Stellvertreter Philip Wohlgemuth (SPÖ) vorsprechen durfte. „Dieses Gespräch fand auch statt”, bestätigt Tomedi, die sich nun umso mehr verwundert zeigt, dass – nach dem neuerlichen Hilferuf der Mitarbeiter – zunächst keine Reaktion aus dem zuständigen Büro zu vernehmen war. 

Tomedi betont dazu: „Die Forderungen der Mitarbeiter sind die Fortsetzung jener Anliegen, die bereits vor einem halben Jahr im Gespräch mit Wohlgemuth zur Sprache kamen. Damals hat man sich auf einen Dialog eingelassen – das war ein gutes Zeichen. Nun wäre es wichtig, diesen Weg nicht zu verlassen, sondern konsequent weiterzugehen.“

KPÖ will wieder unterstützen

Tomedi, die in ihrem Brotberuf selbst Sozialarbeiterin ist, verweist auf die schwierigen Arbeitsbedingungen in der Einrichtung: „Die Mitarbeiter der Notschlafstelle leisten täglich eine unverzichtbare Arbeit mit einem sehr herausfordernden Klientel. Dafür gebührt ihnen nicht nur Dank, sondern auch politische Unterstützung – und vor allem ein verlässlicher Dialog. Die Politik sollte froh sein, dass es Menschen gibt, die diese Aufgabe übernehmen und ihnen entgegenkommen. Wir bieten dabei unsere Unterstützung an.“


Quellenverweis:

  1. Freiberger, Peter: Notschlafstelle: Mitarbeiter proben den Aufstand; in: Tiroler Kronenzeitung; online: https://www.krone.at/4151780; Abrufdatum: 24.05.2026.



KPÖ: Land darf Dialog zu Notschlafstelle nicht aufkündigen | KPÖ Tirol