Schwarze Zahlen durch Rücklagen: KPÖ fordert Aufklärung über die Herkunft der TSD-Millionen

Pressestelle - Tirol

7. Juli 2026

Die Meldung der landeseigenen Tiroler Soziale Dienste GmbH (TSD), man werde 2025 wieder schwarze Zahlen schreiben, wirft für uns mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Der buchhalterische Gewinn kommt, wie vom ORF berichtet, durch das planmäßige Aufbrauchen von Rücklagen. Für die KPÖ stellt sich damit eine entscheidende Frage, die die Geschäftsführung und der zuständige Landesrat Wohlgemuth beantworten müssen: Wie und vor allem auf wessen Kosten sind diese Millionen-Rücklagen entstanden?

„Dass ein Unternehmen der öffentlichen Daseinsvorsorge über Jahre hinweg stille Reserven in dieser Höhe anhäufen kann, während die Beschäftigten vor Ort über chronische Unterbesetzung und Überlastung klagen, lässt tief blicken“, erklärt KPÖ-Landessprecherin Pia Tomedi. „Jeder Euro in diesen Rücklagen ist ein Euro, der für die Entlastung der Beschäftigten und eine bessere Betreuung gefehlt hat. Dieses Geld stand für die Pflege und Betreuung zur Verfügung und wurde stattdessen auf einem Konto geparkt.“

Beispiel Notschlafstelle: Wer zahlt den Preis für die stillen Reserven?
Wir verweisen auf die konkrete Situation in Einrichtungen wie der Innsbrucker Notschlafstelle, die von massiver Personalnot geprägt ist. „Während die TSD-Spitze Rücklagen bildete, wurde das Personal vor Ort an die Belastungsgrenze getrieben”, findet Tomedi. Daher brauche es nun lückenlose Transparenz: „Nötig ist eine detaillierte Aufstellung, wie diese Rücklagen Jahr für Jahr entstanden sind. Das Land Tirol als hundertprozentiger Eigentümer muss diese Zahlen offenlegen. Alles andere nährt den Verdacht, dass hier systematisch auf Kosten der Schwächsten Bilanzpolitik betrieben wurde.“


Quellenverweis:
ORF Tirol: Strukturreform wegen weniger Einnahmen; online: https://tirol.orf.at/stories/3361256/ (Abrufdatum: 05.07.2026).