„Solche Zustände vergraulen Lehrlinge“ - Umfassende Aufarbeitung der Missstände im Luxushotel Interalpen gefordet

Pressestelle - Tirol

19. Februar 2026

KPÖ Tirol-Sprecherin Pia Tomedi fordert nach den schweren Missständen im Luxushotel Interalpen eine umfassende Aufarbeitung durch Politik und Wirtschaftskammer. Die Vorfälle rund um sexuelle Belästigung und Erniedrigung von Lehrlingen zeigen, warum Betriebe händeringend Nachwuchs suchen. Nötig sei eine Überprüfung der Ausbildungskonzession sowie eine Überarbeitung der Schulungsunterlagen mit Fokus auf Achtsamkeit und Jugendschutz.

„Es ist kein Wunder, dass die Betriebe händeringend nach Nachwuchs suchen, wenn junge Menschen in der Ausbildung derart erniedrigt werden“, erklärt Pia Tomedi, Landessprecherin der KPÖ Tirol. „Was im Interalpen passiert ist, ist das absolute Gegenteil von einem ‚Job, der glücklich macht‘. Wer so mit Lehrlingen umgeht, der verdient keine Auszeichnungen, sondern den Entzug der Ausbildungsberechtigung.“

Wir fordern eine lückenlose und unabhängige Aufarbeitung der Vorfälle. Besonders die Wirtschaftskammer als gesetzliche Interessenvertretung der Betriebe soll in die Pflicht genommen werden. „Es reicht nicht, dass das Hotel selbst eine Stellungnahme abgibt. Wir brauchen eine Überprüfung durch die Wirtschaftskammer, ob die Konzession zur Lehrlingsausbildung für diesen Betrieb überhaupt noch gerechtfertigt ist. Ein Betrieb, in dem Führungskräfte Lehrlinge als ‚Maden‘ bezeichnen und sexuelle Übergriffe an der Tagesordnung sind, hat das Recht auf Ausbildung von Jugendlichen verwirkt“, so Tomedi.

Darüber hinaus müsse die Causa Konsequenzen für die überbetriebliche Ausbildung haben. „Die Schulungsunterlagen für Lehrbetriebe müssen dringend überarbeitet werden. Themen wie Achtsamkeit im Umgang mit jungen Menschen, Respekt und das psychische und physische Wohlergehen von Jugendlichen müssen einen viel höheren Stellenwert bekommen. Es darf nicht sein, dass der Druck, in der Küche zu funktionieren, über der Gesundheit der Lehrlinge steht.“

Wir fordern die zuständigen Stellen auf, sicherzustellen, dass Betroffene wie die ehemaligen Lehrlinge Lisa und Elina rasch und unbürokratisch zu ihrem Recht kommen. „Die Gleichbehandlungsanwaltschaft und die Arbeiterkammer sind bereits eingeschritten. Jetzt muss sichergestellt werden, dass die Täter zur Verantwortung gezogen werden und die Betroffenen eine angemessene Entschädigung erhalten“, sagt Tomedi abschließend.