Systemfehler bei Innsbrucker Wohnungsvergabe sorgt für Verunsicherung – KPÖ bringt Anfrage im Gemeinderat ein

Pressestelle - Tirol

2. März 2026

Ein folgenschwerer Systemfehler im elektronischen Vergabesystem der städtischen Wohnungen hat bei zahlreichen Wohnungssuchenden in Innsbruck zu erheblicher Verunsicherung und Belastung geführt. Auslöser waren automatisch versendete E-Mails, die den Empfängern fälschlicherweise einen massiven Punkteabzug und sogar die komplette Löschung ihres Antrags androhten. Wir haben daher in der gestrigen Gemeinderatssitzung eine Anfrage zu dem Vorfall eingebracht.

„Die Betroffenen berichten von einem echten Schock. Einige waren im Urlaub, als die Nachricht eintraf, haben aus Sorge um ihren Wohnungsantrag alles abgebrochen und sind vorzeitig zurückgereist. Diese psychische und finanzielle Belastung ist inakzeptabel“, erklärt Klubobfrau Pia Tomedi. „Die anschließende Entschuldigung per E-Mail ist zwar ein erster Schritt, bleibt aber völlig unzureichend. Es gab keine aktive, persönliche Information über den Fehler, keine Wiedergutmachung für entstandene Kosten oder den erlittenen Stress. Was ist das für ein Umgang?“

Der Ablauf wirft zudem kritische Fragen auf: Am 2. Dezember informierte die Magistratsabteilung V per E-Mail über einen „Systemfehler“ und bat, von Kontaktaufnahmen abzusehen. Erst drei Tage später, am 5. Dezember, folgte eine weitere E-Mail mit der Bestätigung der Fehlerbehebung. Offen bleibt, wie viele Personen betroffen waren, wie es zu dem technischen Versagen kommen konnte und welche Konsequenzen daraus gezogen werden.

„Wir fordern vom zuständigen Vizebürgermeister und der Magistratsabteilung umfassende Aufklärung“, so Tomedi. „Wie viele Menschen wurden durch diesen Fehler verunsichert? Welche Maßnahmen werden ergriffen, um eine Wiederholung auszuschließen? Wie steht es um die Datensicherheit und -integrität im gesamten Vergabesystem? Und vor allem: Wie gedenkt die Stadt, den Betroffenen das erlittene Unrecht wenigstens zu kompensieren?“

Wir wollen in unserer Anfrage detailliert nach dem technischen Hergang, der Zahl der Betroffenen, den geplanten Präventionsmaßnahmen und möglichen Entschädigungsregelungen fragen und darauf drängen, dass die Würde und die Belange der Wohnungssuchenden in Zukunft einen deutlich höheren Stellenwert erhalten.