TIWAG ist reif für Gemeinnützigkeit

Pressestelle - Tirol

8. Juli 2026

Dass für die drei TIWAG-Vorstände 1,4 Millionen Euro fließen sollen, ist für uns im Angesicht der Teuerungen ein Hohn. Die späte Kritik der Grünen an den Managergehältern halten wir für blanken Wahlkampf-Opportunismus. Statt einer Scheindebatte um Gehaltsobergrenzen braucht es einen grundlegenden Systemwandel und Gemeinnützigkeit für die TIWAG.

1,41 Millionen Euro für drei Vorstände – fast 40.000 Euro brutto im Monat pro Kopf. Dazu noch 150 Millionen Euro an Dividenden, die das Land Tirol als Eigentümer zuletzt aus dem Unternehmen zog. „Es kann nicht sein, dass sich die Landesregierung mit Dividenden in Millionenhöhe an den Stromrechnungen der Tirolerinnen und Tiroler bedient und sich Vorstände auf Kosten der schon stark belasteten Bevölkerung eine goldene Nase verdienen“, kritisiert KPÖ-Landessprecherin Pia Tomedi. Das Geld, das hier abfließt, fehlt dort, wo es dringend gebraucht wird: bei leistbaren Strompreisen und beim sozialen Ausgleich.

„Grüne Kritik: durchschaubar und unglaubwürdig“

Dass nun ausgerechnet die Grünen eine Gehaltsobergrenze fordern, nennt Tomedi „durchschaubar und unglaubwürdig“. Neun Jahre lang – von 2013 bis 2022 – waren die Grünen Teil der Tiroler Landesregierung. In dieser Zeit stiegen die Vorstandsgehälter Jahr für Jahr, die Dividendenpraxis wurde klaglos mitgetragen, die Rechnungshof-Kritik von 2021 an den Bonusregelungen blieb weitgehend folgenlos. „Wer fast ein Jahrzehnt in der Regierung sitzt, zusieht, wie sich das System verfestigt, und erst in der Opposition die soziale Ader entdeckt, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, hier gehe es nicht um die Sache, sondern um den nächsten Wahltermin“, so Tomedi.

„Systemumbau statt Scheindebatte”

Wir fordern stattdessen einen grundlegenden Umbau: „Die TIWAG ist reif für die Gemeinnützigkeit.” Überschüsse sollen in niedrigere Stromtarife, in den Ausbau erneuerbarer Energie und in soziale Maßnahmen fließen – nicht in Millionengehälter und Dividendenausschüttungen. „Was wir brauchen, ist keine Scheindebatte über Gehaltsobergrenzen, die man vor der nächsten Wahl vom Zaun bricht, sondern einen echten Systemwandel zum Wohle aller Tirolerinnen und Tiroler“, schließt Tomedi. „Energieversorgung ist keine Gewinnmaschine, sondern ein Grundpfeiler der Daseinsvorsorge.“


Quellenverweis:

ORF Tirol: Scharfe Kritik an Millionen für TIWAG-Spitze; online: https://tirol.orf.at/stories/3361447/ (Abrufdatum: 07.07.2026).


"TIWAG reif für Gemeinnützigkeit" – KPÖ fordert Umbau | KPÖ Tirol